Stories

M.A.N. @ Logo, Hamburg - 01.04.2008

M.A.N.Die Schweden M.A.N. haben gerade erst ihr zweites Album Peacenemy in die Läden gestellt und schon die Herzen der DAT20 und der Hellfest-Metal Charts damit erreicht. Auch unser Andeeee konnte sich dem nordischen Charme nicht ganz entziehen. Grund genug für unsere weibliche Fraktion zu testen, was das Quartett tatsächlich drauf hat. Anfang April gabs dazu in Hamburg die Gelegenheit, die sich Alex nicht entgehen ließ.

M.A.N. Aber wie das auf Konzerten nun mal so ist, gehts immer erst mit einer Vorband los. In diesem Fall sogar mit gleich zweien. Man könnte sie Lokalmatadore nennen, sie sollen aber nicht unerwähnt bleiben.

M.A.N.Der undankbare Job des Opener fiel an diesem Abend an die „Alt-Neulinge“ Drat. Zwar erst seit 2006 am Start, weisen die vier Jungs schon allerhand anderer Band- und Tourerfahrung auf. Daher nicht verwunderlich, dass der Party-Einstieg für das anwesende Publikum ein leichter war. Paart sich doch in der Musik von Drat der absolute Metal-Einschlag von Ex-Mad Doggin’ Gitarrist Henning mit dem groovigen Hardcore-Schlagzeug von Ex-Brightside’s Björn. Böse Zungen mögen auch dies als MetalCore abstempeln, aber irgendwie war das anders… Jedenfalls hat´s tierisch gerockt und die Laune für mehr war geweckt.

Ein Leichtes da für die absoluten Party-Bomben Blackened White aus Schleswig-Holstein, die Sau weiter anzutreiben. Nicht zuletzt auch, weil die mittlerweile ebenfalls vierköpfige Band bereits seit Jahren sämtliche ihr zur Verfügung gestellten Bühnen im norddeutschen Raum unsicher macht. Ihrem Screamo/Rock/Metal-WieAuchImmer-Musik-Konzept und der bedingungslosen Liebe zur Bühnenparty von Sänger Ciro konnte sich auch an diesem Abend wieder keiner entziehen.

Gute Laune war also am Start. Aber: Wem es aufgefallen ist, das Line-Up hat sich stetig höher in den Norden bewegt. Ganz hoch aus dem nördlichsten Norden, da kommen bekanntlich die Götter her. Und wenn die etwas kundtun, ist man nicht guter Laune, da erstarrt man vor Ehrfurcht!

M.A.N.M.A.N. hatte etwas kundzutun, etwas Gewaltiges. Dies wurde nach den ersten Klängen zu Peacenemy klar. In schönster unverwechselbarer „Oldschool“-Metal-Manier à la Fear Factory ging es einmal quer durch das Album mit den Zwischenstopps Last Injection und My Master im Debüt Obey, Consume, Reject. Der Sound war so brachial, dass zwischendrin der gehörverschaffende Hammer leider ein wenig an Schwung verlor und die Frage aufkam, ob ein Song nun schon zwanzig Minuten dauere oder schlicht die Musik zu homogen sei. Machte aber auch nichts. Denn erstens braucht man zwischendurch mal Verschnaufpause, für die diese Art des Metal mangels Balladen nicht gerade bekannt ist. Und dann war da ja auch noch der Gitarrist Rob Guz mit seinem Hang zu – leicht – extravaganten Gitarren. Spätestens bei der Single My Own Sickness hatte sich dieser Gedanke dann auch wieder zertstreut. Und zum krönenden Abschluss gabs dann als Zugabe Sepultura’s Roots und alles war vergeben und vergessen.

M.A.N.Auch wenn M.A.N. selbst noch auf dem Weg zu den Göttern sind und die Menge (noch) nicht in Ehrfurcht erstarren lassen, verwundert es nicht, dass die Jungs neben Andeeees auch Burton C. Bells Herz gewinnen konnten. Die Musik ist live eine Freude für jeden Metal-Fan, der die alten 90er vermisst. Mein Herz jedenfalls haben sie auch! M.A.N. stehen übrigens dieses Jahr noch auf einigen Festival-Bühnen. Das solltet ihr euch nicht entgehen lassen, schon gar nicht die Gitarrenliebhaber unter euch.

von Alexandra von Schiefner | 25.04.2008 | Kommentare (0) | Kommentar schreiben

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