Interviews
Blind
„Wir versuchen nicht, amerikanisch zu klingen. Wir wollen nur vermeiden, typisch deutsch zu klingen.“ ist ein Zitat von Blind-Gitarrist und Bandleader Fabian Zimmermann, das aufhorchen lässt. Denn zwar ist seine Band nicht brandneu an den Start gegangen - im Gegenteil haben sie in den letzten fünf Jahren bereits als Support von Limp Bizkit, In Extremo, Nightwish und vielen mehr die Bühnen beackert - aber die Tatsache, dass das selbstbetitelte Album von Blind vor wenigen Wochen via EMI erschienen ist, lässt uns hoffen. Zum Beispiel, dass wieder mehr deutsche Bands Majordeals ergattern, die nicht auf Teufel-komm-raus in unserer Landessprache säuseln, nur weil das in den letzten fünf Jahren angesagt war. Alex traf Fabian und Sänger Steve auf ein Wort bei ihrem Konzert in Hamburg am 7. März.
Man findet ja noch nicht so wahnsinnig viel über euch, ihr seid noch relativ neu. Deswegen fangen wir 2002 mal an. Gegründet habt ihr euch da.
Steve: Ja, also Fabian und ich haben schon ein bisschen vorher Musik zusammen gemacht. Wir haben Songs zusammen geschrieben und versucht was auf die Beine zu stellen. Dann kamen Guido und Gunnar nach und nach in die Band und dann haben wir angefangen zu proben und haben immer mehr Auftritte gespielt, letztendlich bis heute knapp 300. Letztendlich haben wir aber doch sehr lange gebraucht, bis es mit dem ersten Album geklappt hat. Wir haben uns da echt Zeit gelassen.
Woran lags?
Steve: Ach, das hat sehr sehr viele Gründe gehabt. Zum einen lag´s oft daran, dass wir versucht haben, das best Mögliche irgendwie auf die Platte zu kriegen. Und dann wollten wir nicht so einen schnellen Schuss machen – alles irgendwie raushauen und das auf die Menschheit loslassen – und haben dann einfach damit gewartet. Ich glaube, das war auch ne ganz gute Entscheidung. Ich denk, man muss als Band schon ganz genau wissen, mit was man wirklich vor die Tür geht. Der erste Ruf oder das, was man als erstes Hört, ist ja dann oft bestimmend für den Weitergang der Band. Wir sind auch keine Band gewesen, die gegründet wurde um morgen einen Plattenvertrag zu unterschreiben. Deswegen war es auch nicht schlimm, dass es ein bisschen gedauert hat.
Und ihr habt tatsächlich auch Angebote einfach abgelehnt?
Steve: Ja…Also ganz so einfach ist das natürlich nicht. Es schreibt sich natürlich einfach (lacht) und es ist natürlich auch mit Schmerzen verbunden, auch durchaus „gute“ Angebote abzulehnen. Es gibt einfach bestimmte Gründe, die haben nicht gepasst, die waren nicht zu verändern und deswegen haben wir das nicht machen wollen.
Von den Labels her, die an euch herangetreten sind?
Steve: Ja, genau.
Ist das schnell passiert?
Steve: Schon bevor wir den Plattenvertrag hatten, hatten wir eine Demoproduktion in den Principal Studios in Münster und da riefen schon die Plattenfirmen an, ohne dass wir überhaupt irgendwas verschickt hatten. Wir haben auch echt bis heute noch kein einziges Mal irgend ein Demo verschickt. Ich finde das ist recht schnell dafür, dass man ein Demo produziert, das im Prinzip noch nicht fertig ist und dann schon quasi die ersten A&Rs vor der Tür stehen hat.
Dann könnt ihr mir jetzt ja gar nichts darüber erzählen, wie ihr so die Musiklandschaft hier in Deutschland seht, was so Plattenlabels anbelangt, oder? Weil ihr euch ja nicht so richtig beworben habt.
Steve: Naja, aber ich meine, wir hatten auf unseren Konzerten immer wieder Kontakte zu A&Rs. Und es war ja auch mitunter der Grund, warum das mit den Plattenfirmen nicht funktioniert hat, das oftmals die Anforderung war, das wir deutsche Musik machen müssten. Also das wir deutschsprachig sein sollten. Und das ist einfach eine Sache, die wir nicht wollen.
Das kann ich verstehen! So ein bisschen zumindest.
Steve: Wir klingen halt so wie wir klingen und ich glaube es wäre ein Fehler, das was uns ausmacht einfach zu verleugnen. Und da haben wir immer für gekämpft und das war uns sehr sehr wichtig, das wir das beibehalten können, oder? Fabian: Ja, also oft fehlt bei den Plattenfirmen halt die Risikobereitschaft auch mal eine Band zu machen. Sondern die haben meistens ein Bild vor Augen, wo sie sagen „Oh, das hat hier schon mal bei einer anderen Plattenfirma funktioniert. Nehmen wir uns irgendwie mal eine Band, formen die dann so und dann klappt das bei uns auch.“ Das war halt nicht in unserem Interesse, so was zu machen. Steve: Ja, genau. Und die Ansätze waren ja ganz deutlich zu erkennen. Also auch bei den Firmen, die dann wirklich deutliches Interesse gezeigt haben. Da waren dann schon Sachen dabei, wo wir echt da gesessen und mit den Ohren geschlackert geschlackert. Da waren Ideen dabei wie bei uns einen Rapper zuzupacken und so. Also, ich meine…
Passt ja in die Optik…
Steve: Ja, genau (lacht)…genau…Hat ja bei Linkin Park schon mal funktioniert…
Wobei ihr ja nicht klingt, wie Linkin Park. Also, ich hab zumindest andere Assoziationen gehabt.
Steve: Ja, wie zum Beispiel?
Der aller erste Gedanke war RockPop. Der zweite war dann ein bisschen Alternative wie Lostprophets und der dritte Emo. Es ist so ein bisschen von allem was dabei. Ihr seid ja durchaus auch mal härter, mal ein bisschen softer.
Steve: Ja, das ist auch eine Sache, die wir uns echt nicht nehmen lassen wollen. Wir haben auch echt viele Nummern im Studio gehabt, die wir einfach rausgelassen haben, weil wir die dann doch ZU poppig oder ZU hart fanden, und haben trotzdem, obwohl wir das schon ausgegrenzt haben, einen echt breiten Fächer auf dem Album, finde ich. Es ist eine super softe Klavierballade auf dem Album drauf und eben auch ein fetter Song wie „Wake me up“. Und…Ich find´s geil! (lacht)
Das wär ja auch schlimm, wenn du nicht dahinter stündest.
Steve: Ja, aber ich habe bestimmt zwei, drei Monate nicht reinhören können, weil ich es einfach scheiße fand. Also, ich brauch einfach einen gewissen Abstand zu meiner Musik, die ich mache. Weil man das dann im Studio ja auch so oft hört und dann…dann war´s nach drei Monaten aber auch echt geil!
Also ist das nicht so: Das erste Album ist da! Ich meine, da kann man ja auch schon ein Stück weit auch stolz drauf sein.
Steve: Ich war natürlich auch von Anfang an super stolz drauf, das gemacht zu haben. Auch drei Monate im Studio verbracht zu haben und einfach eine coole Zeit auch gehabt zu haben in dem Studio. Aber trotzdem. Ist ja nicht so, dass wir das im Studio geschrieben und dann schnell aufgenommen haben. Die Songs sind zum Teil ja schon ewig alt. Und auch die Verhandlung mit der Plattenfirma, die hat sich so ewig lange hingezogen. Wir sind schon ins Studio gefahren, ohne dass überhaupt eine Unterschrift unter den Plattenvertrag gesetzt war. Das ist alles in so seltsamen Schritten passiert, dass man quasi nicht so dieses „Paff“-Gefühl hatte, was sich viele Leute immer so vorstellen. Das man denkt „Boa, jetzt hat man irgendwie einen Deal und man ist jetzt auf jeden Fall schon berühmt, weil man den Deal hat. Und deswegen war das auch ein anderes Gefühl.
Die Songs sind teilweise schon sehr alt, sagt ihr. Mir ist aufgefallen in dem Booklett, dass du, Fabian, größtenteils die Songs schreibst, also wahrscheinlich dann die Musik. Die Vokals werden wohl allein dir, Steve, überlassen. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei den Songs ein Name stand und dann immer noch ein zweiter oder teilweise ein dritter Name, der aber nicht in der Band auftaucht. Wie kommt das?
Fabian: Wir haben…äh…erzähl du doch mal. Das sind doch dein Kollegen… Steve: Richtig. Also, ich schreib meine Texte größtenteils allein, hab aber auch oft englischsprachige Freunde, die einfach mit mir zusammen schreiben. Das ist auch bei dem Album so gewesen, weil ich halt einfach auch ein bisschen perfektionistisch bin und gutes Englisch benutzen will, auch wenn ich Deutscher bin. Und da fehlt einfach einem Deutschen manchmal so der Blickwinkel wie man deutsche Sprache einfach…das kann man nicht transferieren. Ich habe dann mit Travor B. Lewis und Steve Formosa zusammen an Texten gearbeitet und da war es eben so, dass Texte wie zum Beispiel von „Every you every me“ zu 60% oder 70% von Steve letztendlich kamen. Und dann hab ich gesagt, ich klink mich da aus, scheiß auf meine 40%, du hast daran mit gearbeitet, du sollst auch deine Credits da bekommen. Wir sind da nicht so arrogant, dass wir nichts nehmen, wenn irgendwas besser ist. Bei „Every you every me“ beispielsweise gab es 25 verschiedene Textversionen und ich echt zwei Monate lang dran rumgeschrieben und auch geile Sachen dabei gehabt. Aber der Text von Steve hat einfach die Grundstimmung von dem Song noch mal besser getroffe. Deswegen haben wir uns letztendlich für den Song entschieden und nicht gegen den Song. Fabian: Es geht meistens darum zur Musik die passenden Emotionen zu finden. Und dann ist es halt so, dass Steve den Leuten seine Idee erzählt, worum es geht und so was und dann hat´s halt gepasst von denen her.
Das heißt, du, Fabian, schreibst dann aber auch komplett alles alleine.
Fabian: Ja, also wir tauschen uns schon aus. Ich mach ne Idee zu Hause im Studio, schicke Steve das, er bastelt daran rum und sagt dann manchmal, Akkorde könnten ein bisschen anders laufen.
Und der Rest? Ich meine, da sind ja noch zwei…
Fabian: …die spielen das dann.
Die haben da auch nicht so das Interesse dran, tatsächlich beim Songwriting mitzuwirken?
Fabian: Das sind ja getrennte Bereiche. Also bei Steve und mir ist das halt so, wir sind auch Songwriter und nicht nur Musiker.
Muss man das denn beides sein?
Fabian: Für eine Band ist das sehr hilfreich, wenn man jemanden hat, der Songs schreibt. Aber das ist serr verschieden. Bei uns ist das zum Beispiel so, dass wir beide verschiedene Instrumente spielen können. Ich kann auch Schlagzeug spielen, ich kann auch Bass spielen, Steve kann Gitarre spielen. Und das ist natürlich hilfreich, wenn man eben nicht nur auf ein Instrument fixiert ist. Aber da gehört viel Arbeit dazu. Das ist halt im Prinzip ein ganz anderer Job, als einfach nur ein Musikinstrument zu spielen. Steve: Zum Songwriting gehört ja auch dazu, dass man sich eben auch mit anderen Musikrichtungen befasst. Da darf man zum Beispiel auch als Rockmusiker den Pop nicht einfach außen vor lassen. Da sind einfach auch großartige Songs, die man sonst einfach ausklinken müsste und das ist oftmals bei ner Rockband nicht möglich. Wir schreiben halt auch viele Songs, die nicht unbedingt zu BLIND passen. Das ist aber so, weil wir halt eben sagen „Ey pass auf, ich hab hier eine coole Melodie, einen coolen Song“ und dann wird der Song halt so gebaut, wie er irgendwie werden muss. Das ist schon eine coole Zusammenarbeit. Aber für BLIND muss es eben einen gewissen roten Faden haben, damit es auch irgendwie BLIND ist, weil wir halt so klingen wie wir klingen müssen irgendwie. Das ist seltsam zu erklären. Aber dadurch, dass Fabian den Hauptteil der musikalischen Ideen bringt und letztendlich die Songs auch arrangiert, ist halt eben der rote Faden da. Egal wie soft oder wie hart der Song ist. Das ist auch wichtig für uns.
War der rote Faden von Anfang an da?
Fabian: Schon, ja. Der hat sich aber entwickelt in andere Richtungen. Es ist heute auch noch so, dass wir einen Song schreiben, wo wir direkt beim Zusammenbauen schon merken, geiler Song, aber ist nichts für unsere Band. Es muss ja auch auf der Bühne Spaß machen, den Song zu spielen. Und wenn man merkt, der ist zwar gut, aber nicht das, was wir eigentlich machen wollen, dann legen wir den halt zur Seite. Also, so war´s zum Beispiel bei „Every you every me“. Der Song hatte -zig Versionen, bis er dann so geworden ist, wie er heute ist. Und dann haben wir irgendwann gesagt „So war´s super!“ Im Prinzip haben wir einfach nur rumprobiert und rumgebastelt, bis wir auf die Pianoidee kamen und dann haben wir gesagt, so ist er geil. Ja, so ist er geil. Das stimmt. Der ist voller Emotionen. Steve: Danke. Das ist auch der Punkt, da wollte ich auch grade drauf eingehen. Weil es eigentlich der Song ist, der schon vom Playback her, ohne dass ein Gesang drauf war, irgendwie eine traurige Grundstimmung hatte, dass einfach der Text das noch einmal verdeutlichen musste. Und das hat echt extrem lange gedauert, bis da was da war, wo wir echt sagen konnten „jo“.
Also vom Prinzip her ist dann erst die musikalische Idee da, dann kommt langsam der Text darüber und dann gleicht sich quasi alles miteinander an.
Steve: Ja. Ich hab zwar auch schon Texte geschrieben, wo dann letztendlich draus der Song entstanden ist. Aber das ist schon die Hauptidee. Deswegen heißt der Song ja auch „Every you every me“. Eigentlich hätte man den Song nicht „Every you every me“ nennen dürfen rein aus ideologischen Gründen, weil ja Placebo schon einen Song hat, der so heißt. Aber: Die Songidee ist mir nun mal unter Dusche gekommen und da war direkt „Every you every me“ da und das ist einfach so geil gewesen, dass ich gesagt hab, das passt und deswegen haben wir´s so gelassen.
Unter der Dusche sollen ja auch die besten Ideen entstehen…
Steve: Ja, das war so…das war auch echt eine krasse Sache, weil mir die Gesangslinie unter Dusche gekommen ist… Fabian: …ich war zufällig mit der Gitarre dabei…(lacht)
Das sind Details, die ich nicht näher erläutert haben möchte…(allgemeines Gelächter)
Steve: Nein…und ich hatte kein Diktiergerät, das war das krasse. Und dann hab ich schnell mein Telefon genommen – das war noch in Zeiten, wo man keine Diktierfunktion im Handy hatte – und dann hab ich schnell auf meinem Anrufbeantworter angerufen und es eben darauf gesungen. Da bin ich echt froh drum, dass ich das gemacht hab. Sonst wäre in meinen Augen einer der besten Songs des Albums gar nicht dar.
Mir war beim Überfliegen der Texte aufgefallen, dass da viel mit Emotionen bei ist. Da hab ich mich natürlich gefragt, ob eine Menge verarbeitet wird an früherem Leben. Und dass aber viele von den Songs poppig, tatsächlich sehr eingängig, aber auch sehr traurig sind.
Steve: Ja, das ist so. Wobei Trauer ein großes Wort ist. Die Texte sind auf jeden Fall sehr sehr persönlich, weil immer ein großes Stück von mir drin steckt. Das ist nicht immer 100% ich, sondern das sind schon Geschichten. Bei „Wake me up“ zum Beispiel geht es um eine Prostituierte, die feststellt, dass ihr Leben gelebt ist und dass sie nicht mehr aus ihrer Situation rauskommen kann. Egal wie sie es macht und anstellt, es geht einfach nicht. Das sind einfach Geschichten, die mich berührt haben. Es ist nämlich so, dass ich auf dem Weg vom Proberaum zu mir nach Hause immer an den Wohnwagen vorbei fahre, wo Prostituierte sitzen. Und dann sieht man manchmal die Frauen da sitzen und denkt sich, die haben ja nix mehr. Die können da nix mehr machen. Aber da verarbeite ich ja jetzt nicht meine Prostituiertenkarriere. Fabian: Kommt dann im nächsten Song… Steve: Ja, kommt dann im nächsten Song. Was ich auf Tour hier alles…ich muss ja immer her halten…nee, aber da sind ja auch Texte dabei wie „Today I break loose“ oder „Break away“, die sind auf jeden Fall so, dass sehr sehr viele persönliche Dinge drinstecken. Ich wollte nie dieses Null-Acht-Fünfzehn Leben, ich hab immer eine Berg und Talfahrt in meinem Leben gehabt, ob das nun in der Schule war, ob das nun im Berufsleben war. AuchFabian hat immer für die Musik gelebt, genauso wie ich…und das sind auf jeden Fall Sachen, die auch verabrietet werden müssen, meiner Meinung nach. Ich merk auch, dass es manchmal unbewusst passiert. Dass ich einen Text schreibe und ein halbes Jahr später draufgucke und merk, in was für einer Situation ich wirklich gerade war.
Vielleicht deswegen auch der Name Blind?
Steve: Nee. Das ist mehr zufällig passend. Die Namen wurden aufgeschrieben und die scheiß Namen wurden weg gestrichen und der, der kurz, prägnant und am passendsten war, war BLIND. Der war einfach geil und deswegen haben wir den genommen. Letztendlich kann man aber auch schon sagen, dass das ein Name ist, der gut passt, weil wir eben auf die Geschichten gucken, die sich dort hinter den ganzen Überschriften darstellen. Denn wie viele Menschen haben irgendwie die Sicht für die kleinen Dinge verloren.
Stimmt. Aber ein anderes Thema. Eure Bandbiografie erzählt, dass ihr ein paar Produzenten verschlissen habt…
Steve: Ja, das stimmt. Das hat mitunter damit zu tun, dass wir nicht das Ergebnis hatten, was wir uns vorgestellt haben. Wir hatten schon das Ziel, unsere Musik auch mal unter die Leute zu bringen. Wir hatten auch mal eine EP im Eigenbetrieb draußen, aber dabei blieb es halt eben. Und die Arbeit der Produzenten war letztendlich teilweise so unbefriedigend und es kam nicht eben das bei raus, wo wir gesagt haben „jo,iss geil, jetzt lass mal weiter machen“. Zwei Jahre lang haben wir mit einem zusammen gearbeitet und das war echt scheiße da zu sagen, lass uns mal einen Schlussstrich drunterziehen, weil es j auch eine Art Rückschritt ist. Das haben wir dann trotzdem gemacht und da dann wieder von Null anzufangen war schon auch nicht ganz einfach.
Dann seid ihr für das Demo, sagtest du vorhin, in die Principal Studios nach Münster gegangen und ab da war dann Vincent mit im Boot? Schon mit dem Demo?
Steve: Ja, genau. Die beiden Studiobesitzer hatten schon vorher von uns gehört. Und Vincent hat dann gesagt: „Lass uns mal zusammen arbeiten, lass uns mal ein Demo aufnehmen“ und so und das hat direkt so gut gepasst. Er hat halt eben auch die gleich bescheuerten Vorstellungen wie wir. Er wollte auch einen geilen Gitarrensound hindrehen und einen geilen Gesangssound, so dass man endlich mal aus Deutschland was hat, was auch International so ein bisschen songmäßig mithalten kann.
Und wie empfindet ihr das jetzt mit der Tour so? Ich meine ihr seid bestimmt ja früher selber viel auf Konzerte gegangen oder macht das vermutlich, wenn ihr Zeit habt, jetzt immer noch. Findet ihr da einen Unterschied zwischen dem Gefühl, was dabei rumkommt?
Steve: Also im Moment muss ich sagen, bin ich total überwältigt. Ich hätte das auch nicht erwartet. Ich meine, das sind ja die ersten Konzerte, nachdem unsere Platte rausgekommen ist und auf einmal stehen da vorne die Leute und schreien sich echt die Seele aus dem Leib. Die singen den ersten Text bis zum Schluss einfach mit und das ist echt für mich teilweise gänsehautmäßig gewesen. Man erinnert sich so zurück, wann der Text entstanden ist oder wie das so war im Studio und welche Erlebnisse man damit verbindet. Und wenn man dann sieht, dass das auf einmal den Leuten gefällt und dass die Leute das auch wirklich mit Herzblut wahrnehmen, hat man nicht das Gefühl, dass die 100% Fan sind. Das ist auch kein dummes Geschwafel, das was wirklich krass die letzten Konzerte. Fabian: Das ist für uns auch ein anderes Gefühl, weil sonst waren wir immer meistens im Vorprogramm von anderen Bands dabei. Und da ging es halt immer so ein bisschen darum, die Leute von dir als Band zu überzeugen und jetzt ist es ja so, du spielst irgendwo in Hamburg und da kommen die Leute zu DEINEM Konzert. Das ist schon so ein ganz anderes Gefühl. Wir haben jetzt vier Shows gespielt, davon waren zwei ausverkauft… Das ist schon geiler, als als Support irgendwo hinzufahren. Steve: Selbst wenn da vielleicht mehr Leute kommen als auf unserer ersten eigenen Tour. Fabian: Das war uns auch wichtig. Deshalb haben wir gesagt wir machen das Album und fahren dann eine eigene Tour. Steve: Das ist einfach auch ein Statement so eine Tour… Fabian: Das ist es für uns…als Band wollen wir uns ja auch selber ernst nehmen. Und wenn wir jetzt schon wieder eine Support Tour fahren, um einfach, ich sag mal, kommerziell Leute zu ziehen, das war eigentlich nie unser Ding. Wir haben das gerne gemacht, weil uns die Bands eingeladen haben und um unsere Musik zu präsentieren, aber wir wollen halt schon unseren eigenen Weg gehen und sind daher mehr als zufrieden, wie es im Molment läuft. Steve: Ja, und da gehört die eigene Tour auch auf jeden Fall dazu. Das ist auf jeden Fall ein cooler Schritt gewesen, das zu machen, auch ohne zu wissen, was dann wirklich auch passiert. Fabian: Wir haben auch andere Sachen abgesagt dafür, obwohl man uns gesagt hat, ihr könnt auch mit ner anderen Band fahren zum gleichen Zeitpunkt, aber da haben wir uns gesagt, nee, dann fahren wir lieber die eigene. Auch wenn ein bisschen weniger Leute kommen, aber dafür ist das unser Ding. Steve: Also ich bin auf jeden Fall ein Tourmensch, stelle ich jetzt fest!
Und für die Zukunft, was stellt ihr euch vor? Wollt ihr, wenn die Tour vorbei ist, im Sommer auch mal ein paar Festivals machen?
Steve: Das steht auf jeden Fall schon fest. Fabian: Ja, so zehn Festivals in dem Dreh stehen schon fest. Steve: Suf der Kieler Woche spielen wir zum Beispiel. Wir wollen im Sommer auf jeden Fall ganz viele Festivals spielen. Im Herbst dann vielleicht noch mal eine Tour. Vielleicht doch auch noch mal irgendwo mitspielen als Support. Spielen, spielen, spielen, spielen. Das ist das was wir können, das was wir wollen und da haben wir Bock drauf. Das haben wir uns ausgesucht!
von Alexandra von Schiefner | 17.03.2008 | Kommentare (0) | Kommentar schreiben
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