Interviews
Caliban
Ihrem Status als Deutschlands international erfolgreichste Metalcore-Band machten Caliban aus dem schönen Ruhrpott durch ihre Shows im Rahmen der Gigantour in Australien Anfang des Jahres mit Megadeth und Arch Enemy mal wieder alle Ehre - und auch die „Darkness Over Europe“-Tour im Frühjahr mit Bleeding Through bescherte ihnen ausverkaufte Venues en Masse. Jetzt steht der neue Longplayer „The Awakening“ in den Läden - und hat direkt die deutschen Albumcharts auf Platz 36 geentert! Alex befragte Gitarrist Marc Görtz bereits vor der VÖ zum aktuellen Werk.
Ihr habt ja diesmal nicht gerade viel Zeit zwischen den beiden Alben verstreichen lassen. Wir haben uns gerade mal vor einem Jahr das letzte Mal unterhalten.
Hmm…
Warum die Eile?
Das war gar keine Eile. Das Album war einfach fertig. Ich glaube, wenn das Album kommt Ende Mai, ist das davor ein Jahr und drei Monate alt. Und im Sommer ein Release ist halt immer ein bisschen blöd wegen der ganzen Festivals und so. Und wir waren fertig. Im Dezember bei der Christmas Tour [ Vainstream Santa Claws Night - d. Red. ] waren schon neune oder zehn Songs so grob fertig. Man konnte sehen, Ende Januar ist es definitiv durch. Ja, und da haben wir halt den Mai gebucht.
Wie habt ihr die Zeit dafür überhaupt gefunden? Ich meine, ihr habt ja auch eine ganze Menge getourt zwischendrin.
Das ist ja sowieso immer bei uns so ne Sache. Manche Bands machen das, manche Bands machen das nicht – ich kann halt beide Sachen, aber ich mag es halt nicht wie manche Bands es machen, dass sie über ein ganzes Jahr hinweg oder so immer mal wieder einen Song hier und einen Song da schreiben; dann gehen sie mal wieder auf Tour, machen noch mal drei Songs, spielen dann ein paar Festivels, nen Monat später machen sie noch mal zwei Songs. Das ist überhaupt nicht mein Ding. Also ich muss mich da wirklich intensiv dransetzen und sei es auch von mir aus 18 Stunden am Tag. Ich fang irgendwann an, wenn ich denke „so, jetzt hab ich gute Ideen“, setze ich mich dran und dann bin ich in sechs Wochen mit dem Album fertig.
Das heißt du bist ein kleiner Workaholic in dem Punkt, ja?
In dem Sinne nicht. Weil wenn, dann möchte ich mich auch wirklich vertiefen. Dann will ich einen roten Faden drin haben und ich finde dann läuft es auch irgendwie viel besser. Wenn ich einmal drin bin, dann hat man halt irgendwie ein paar Parts, bei denen man denkt „Ah, das passt in den Song nicht rein“, dann fängst du mit dem nächsten an und dann hast du halt erst am Anfang drei halbe fertige. Dann machst du halt noch zwei und plötzlich sind dann fünf fertig, weil du dann auch Sachen hast, die dann plötzlich auch da wieder reinpassen. Das fügt sich besser zusammen wie so’n Puzzle, anstatt einen Song zu machen, drei Riffs, die da vielleicht nicht reinpassen auf den Schrott zu schmeißen, die eigentlich total gut sind und in zwei Monaten haben wir die wieder vergessen. Und wenn ich da wirklich so drin bin, dann setze ich mich dran. Ich hab das Equipment auch alles zu Hause – ich hab die Vorproduktion zu Hause aufgenommen und mit dem Produzenten, der bei mir um die Ecke wohnt, am Rechner erst mal das Schlagzeug programmiert, Gitarren aufgenommen, rumgeschrieben. Und das Gerüst war so in fünf, sechs Woche fertig. Und letztendlich war es dann halt nach acht, neun Wochen so fertig… Das geht eh immer recht schnell. Wenn man es jetzt rein theoretisch nimmt, wenn ich mich in drei Wochen ransetz, könnte ich in vier, fünf Monaten schon wieder ein neues Album rausbringen. Das kommt immer drauf an, wann ich mich ransetz. Ich mach das halt meist im Winter, wo man dann eh nicht so viel rausgehen kann, nicht so viel zu tun hat, es eh kalt draußen und lange dunkel ist, dann sitz ich da und mach das dann alles fertig. So entsteht das dann halt.
Das heißt, die Aufnahmen hast du dann auch größtenteils erstmal alleine gemacht, um dann nur noch mit den Jungs ins Studio gehen zu müssen und es einmal durchzuziehen.
Ja, sozusagen. Andy schreibt natürlich die Texte, aber ich mach halt den Instrumentalteil. Und ich hab halt die Songs fertig gehabt, dann hab ich mich mit dem Produzenten Benny getroffen. Wir haben über Sachen, was man noch besser machen könnte gesprochen, rumprobiert und umgeschrieben. Dann hab ich es den anderen halt so nach dem Motto „Hier, jetzt hab ich wieder drei Songs fertig, hört euch das mal an, sagt mal, was ihr davon haltet“ gegeben. Dann hat man sich halt ein paar Mal nach der Hälfte und dann noch zwei, dreimal als alle Songs fertig waren getroffen und dann sind wir halt ins Studio und haben aufgenommen.
Und wie kamst du auf Adam von Killswitch [ Engage, d. Red. ] fürs mischen? Kam das aus irgend einer Freundschaft, weil ihr euch kennt oder war das reiner Zufall?
Das waren mehrere Faktoren. Also erstens, weil ich finde unser neues Album klingt musikalisch ein bisschen anders als die beiden davor. Und dann wollten wir auch einen anderen Produzenten fürs neue Album haben. Nicht, weil der andere keinen guten Job gemacht hat oder wir nicht mit ihm klar kommen, sondern weil wir halt fanden es war Zeit, mit jemand anderem zu arbeiten. Und dann hatten wir erst an Adam gedacht, aber der hatte keine Zeit. Dann war es besser, dass Benny das gemacht hat, weil der um die Ecke wohnt und sehr viel mehr Zeit hatte. Aber Adam meinte, „Ja, fürs Produzieren schaffe ich es nicht nach Deutschland zu kommen. Was ist denn mit Mischen?“ Und dann dachten wir uns, wenn wir eh schon andere Wege gehen, dann können wir auch direkt woanders mischen. Und das Endergebnis, find ICH zumindest, spricht für sich. Also es war ne sehr gute Entscheidung.
Wo siehst du „The Awakening“ in eurer Karriere? Ist das für euch die schlussendliche Entwicklung wo es hingehen sollte?
Wenn ich es beschreiben sollte, würde ich sagen, es ist ein Misch aus den letzten vier Alben und so’n bisschen das Beste aus allem. Ich finde es ist das Beste aus den letzten zwei Alben, die ja so’n bisschen anders waren als die beiden davor, aber es hat auch was von den alten Sachen wieder und ein paar Neuerungen drin. Und wenn man immer, wenn ein Album fertig ist, denkt, „Ach, die letzten zwei Alben fand ich aber besser“, dann sollte man das sowieso lassen. Aber diesmal bin ich halt besonders zufrieden. Ich finde den Entwicklungssprung sehr groß – deshalb finde ich es bei weitem das beste Album was wir haben.
Liegt vielleicht zum Teil auch daran, dass du, wie du gerade gesagt hast, Einfluss aus allen Bereichen hast. Ich hatte zum Beispiel beim Durchhören das Gefühl, dass ihr wieder ein Stück härter geworden seid in einigen Parts.
Auch Absicht gewesen, ja.
Hattet ihr das Gefühl, dass „The Undying Darkness“ einen Tick zu kommerziell wurde?
Nee, nee, das nicht. Ich fand eigentlich, dass „The Undying Darnkess“ härter war als „The Opposite from Within“, außer dass vielleicht ein Song mehr mit Gesang war, aber so rein musikalisch fand ich’s halt schon ein bisschen härter. Aber ich weiß nicht, ich fand halt es war Zeit, dass man mal wieder ein bisschen was anderes macht, außerdem auch wieder die Altsachen ausgräbt und so. Ich habe sie dann durchgehört und geguckt, wo liegen die Stärken der Band und wie kann man was machen und ich finde es ist uns recht gut gelungen, dass man halt wie gesagt aus allem so ein bisschen was genommen hat. Ich find auch, dass der Härtegrad ne Ecke höher geworden ist. Ich würde es so ungefähr bei „Shadow Hearts“ ansiedeln. Grob, vielleicht.
Das heißt ihr habt, schien mir zumindest so, in einigen Songs die Geschwindigkeit ein bisschen nach vorne genommen, ein bisschen mehr Drive reingekriegt in die ganze Angelegenheit.
Also das auf jeden Fall. Abgesehen vom Härtegrad ist das Album generell schneller als die letzten Alben. Das sieht man alleine an den BpM. Die sind teilweise bei 190/200, sonst hatte man vielleicht mal einen/zwei mit 190, vier/fünf mit 180 und dann den Rest so Mid-Tempo. Und diesmal sind halt schon zwei/drei Stück mit 200 dabei, dann ein paar 190, ein paar 180, natürlich sind auch Mid-Tempo Sachen dabei. Aber ist generell schon schneller, ja.
Spiegelt das für euch so ein bisschen die Entwicklung wieder? Dass ihr halt irgendwie wieder den Drive zurück habt oder wie kam es, dass du zwei/drei Alben lang ein bisschen softer oder ein bisschen langsamer in dem Ganzen warst?
Das kann ich gar nicht so genau sagen. Also, wie gesagt, ich finde die letzten beiden Alben ja auch immer noch gut. Es ist jetzt nicht so, dass ich denke, „Oh Gott, so dürfen wir im Leben nicht mehr klingen, es ist ganz furchtbar“. Ich finde es immer noch gut, aber wie gesagt, da haben wir halt mal ein bisschen andere Wege beschritten als bei den älteren Sachen und viele Sachen ausprobiert und dazugelernt und dann halt auch gesehen, was wir sehr gut können und was eher nicht so geht. Und dann gucken wir jetzt mal, dass wir wie gesagt das Beste von allem mal zusammen packen und auf ein Album kriegen. Das war so ein bisschen der Hintergedanke dabei.
Ihr habt ja sogar auf diesem Album sozusagen einen kleinen Rückschritt gemacht, ihr hattet auf dem letzten Album eine ganze Menge Cleanvokals. Es gab eigentlich keinen Song, der ohne Cleanvokals auskam.
Das stimmt zum Beispiel nicht… …Lied 12!
Also, okay, du hast einen Song da drauf, der ohne Cleanvokals auskommt. Aber es war halt doch schon ein deutliches Stück mehr da.
Also das stimmt. Es waren schon zwei mehr oder so als irgendwie bei dem davor.
Man hatte beim letzten Mal das Gefühl, dass ihr Denis halt ne Chance geben wolltet zu zeigen, was er kann. Ich meine, da war ja auch ne Entwicklung da, Denis’ Vokals wurden ja auch immer besser – dementsprechend war ja auch mehr Raum dafür da.
Ja.
Den habt ich jetzt sozusagen wieder zurückgefahren. Ihr habt deutlich mehr Stücke drauf, die jetzt einfach auch ohne die Cleanvokals auskommen. Gibt es da einen Grund für?
Ja, da gibt’s sogar zwei Gründe dafür. Einmal wollten wir halt auch mal – was wir bis jetzt eigentlich nie so wirklich hatten – Refrains haben, die melodisch aber trotzdem geschrieen sind. Das hatten wir eigentlich bis jetzt, wenn ich mich recht erinnere, noch nie so in dieser Form gehabt. Also, zum Beispiel bei dem Song „Life Is Too Short“, gut, da hat man im Hintergrund so ein bisschen Cleanvokals, aber das ist ja nicht das, was den eigentlichen Refrain ausmacht – oder zum Beispiel „Another Cold Day“ – das ist der dritte Song meine ich, wenn ich mich nicht täusche – da ist ein melodischer Refrain von den Instrumenten her, der aber trotzdem geschrieen ist und trotzdem haben die beiden Wiedererkennungswert, aber nicht sofort dadurch, dass gesungen wird. Das wollten wir halt so ein bisschen reinbringen. Und wenn wir dann zusätzlich zu der gleichen Anzahl Gesangsrefrain-Songs auch noch die melodischen Schreirefrains hätten, dann wären in jedem Song irgendwelche melodischen Refrains gewesen, sei es halt geschrieen oder gesungen und das wäre einfach zuviel gewesen. Da mussten wir das halt ein bisschen aufteilen. Und wir haben gesagt, wir machen jetzt mal zwei/drei weniger mit Gesang und dafür konzentrieren wir uns bei denen, die mit Gesang sind auf die Gesangslinien noch intensiver und gucken, wie man die Perfekt ausarbeitet. Also ich finde zum Beispiel den Opener „I Will Never Let You Down“ oder auch „My Time Has Come“ sind sehr viel durchdachter und total mit Harmonien gesungen und da sind vier/fünf/sechs oder vielleicht auch zehn verschiedene Refrains ausprobiert worden, es ist halt vielmehr probiert worden, bis wir wirklich gesagt haben, so der passt jetzt perfekt, da kann kein anderer Gesangspart hin, so muss der sein. Wenn noch mehr Songs mit Cleanvokals gewesen wären, das wäre vielleicht ein bisschen viel des Guten gewesen. Und dann haben wir uns halt ein bisschen mehr darauf konzentriert und auch Andy so’n Stück weit paar Refrains zum Schreien überlassen.
Mir ist es bei „My Time Has Come“ besonders aufgefallen. Da hatte ich schon fast das Gefühl, ihr versucht euch so ein bisschen… naja, quasi so einen Hit zu bringen. Das Ding wirkt noch konsequenter auf die Cleanvokals gesetzt, noch konsequenter aus der Härte genommen. Das Ding hätte sozusagen den nächsten Schritt von „The Undying Darkness“ für mich repräsentiert. Ich fand es einen sehr krassen Gegensatz wenn man danach – ich glaube „Life Ist Too Short“ ist das, was so tierisch abdriftet – setzt.
Ja.
Ihr baut noch mehr auf Variabilität, auf diese Gegensätze, richtig?
Das find ich auch so interessanter so. Ich find, es ist schon ein roter Faden im Album, obwohl ein paar Songs rausstechen. Ich weiß aber gar nicht, ob es dir aufgefallen ist, zum Beispiel der Song „My Time Has Come“, den du jetzt gerade als den ruhigsten angesehen hast, ist der schnellste Song der Platte.
Nee, nicht der Ruhigste. Ich wollte nur damit sagen, der sagen wir mal „hitigste“, weil du halt ne ganz klare Melodiehook drin hast, du hast sehr sehr stark ausgearbeitet…
Ja, das stimmt. Aber es ist komischerweise der schnellste Song der Platte. Von den Klicks her ist er der schnellste von allen.
Wobei natürlich, wenn du danach „Life Ist Too Short“ machst, das Ding knüppelt alleine schon wegen der Double-Bass ziemlich nach vorne…
Die Single ist ja sozusagen der erste Song. Dazu machen wir jetzt ja ein Video, wahrscheinlich. Und zur Auswahl stand sonst noch „Life Is Too Short“. Also, „My Time Has Come“ war da gar nicht im Gespräch. Obwohl er halt der ruhigste ist.
Von der Melodie her, fand ich, ist das ein absoluter Hit.
Das finden wir auch. Also, vielleicht machen wir’s ja als zweiten. Vielleicht wenn noch mal ein zweites gemacht wird oder so. Ich hatte gerade ein Interview, da hat auch jemand gesagt, er findet, dass „My Time Has Come“, obwohl er auf harte Sachen steht, der beste Song wäre, den wir wie jemals geschrieben hätten.
Ich glaube, das es zumindest der Schmissigste ist, wo du tatsächlich die Melodie hast, die geht sofort ins Ohr, die kannst du mitnehmen. Ich meine, ihr habt es von Adam machen lassen, Killswich sind nicht etwa durch die harten Nummern am Anfang ihrer Karriere berühmt geworden, sondern durch die wie „End of Heartache“.
Ja, das stimmt schon.
Und „My Time Has Come“ hat definitiv ein Potential mehr in die Ecke zu gehen. Während…
Vielleicht sollten wir das dann noch mal umdenken und doch von dem anderen Song ein Video machen. Bis jetzt ist noch nix zu spät. (lacht)
Naja, du kannst es ja mal als Inspiration stehen lassen. Sehr interessant fand ich auch, dass ihr mit „The Awakening“ zum ersten Mal so was in der Art wie eine Ballade drauf habt. Also, das was zumindest in eurem Genre als Ballade funktionieren könnte.
Ja. Obwohl halt gar kein Gesang dabei ist, sondern nur Geschrei.
Ja, aber ich meine alleine durch diese immer wiederkehrende Melodie des Klaviers, die am Anfang auch komplett ohne Gitarre dasteht.
Das ist Gitarre am Anfang.
Aber da ist doch Klavier dabei.
Da ist Klavier drunter, ja. Aber das was du eigentlich hörst, ist ‘ne Gitarre mit ‘nem Effekt.
Okay…aber es ist halt sehr minimalistisch und überhaupt nicht verzerrt.
Ja, es war eigentlich mal so geplant, dass da gar kein Geschrei reinkommt und es war eigentlich sogar am Anfang noch nicht mal geplant, dass da verzerrte Gitarren reinkommen. Es sollte eigentlich so’n Klavier-Akkustikgitarren-Ding sein. So haben wir auch damit angefangen. Deswegen hört es sich für dich wahrscheinlich so an. Die Gitarren und das Klavier spielen komplett genau das Gleiche. Vielleicht hör ich das deswegen auch nur raus, dass das ne Gitarre ist, weil ich sie gespielt hab, vielleicht hören es andere Leute deswegen als Klavier. Aber so war es eigentlich gedacht, dass da so ein paar Melodiewendungen mitpassieren und dann haben wir festgestellt, wenn jetzt der große Knall kommen würde mit den tiefen Gitarren und dem Geschrei, könnte das sehr episch, sehr getragen wirken und so ein bisschen verzweifelt klingen. Und dann haben wir es halt so gemacht. Das war eigentlich als Instrumentalsong geplant.
Du hattest beim letzten Mal zum letzten Album gesagt, dass ihr versuchen wolltet, ein bisschen fremde Einflüsse mit in den MetalCore reinzuziehen – Sachen, die da überhaupt nicht reingehören. Wir hatten uns über die Björk-Coverversion damals unterhalten.
Ja.
„The Awakening“ ist halt so der einzige Song, bei dem ich das Gefühl hatte, ihr habt tatsächlich auch so ein paar Fremdeinflüsse da drinnen. Der Rest des Albums schien mir eher so eine Art Rückbesinnung auf das was so die Stärken eures MetalCore sind. Eher weniger Experiment als mehr tatsächlich ein Ausprobieren dahingehend „was kann ich, was kann ich gut, wo nehme ich meine Stärken her“.
Ja, einerseits sehe ich das definitiv auch so. Und das einzige, was wir so ein bisschen experimentell diesmal gemacht haben, sind so ein paar Parts, die sehr vertrackte Parts sind. Zum Beispiel bei Song 6 – ich weiß jetzt gar nicht wie der heißt…
Ist das „Give me a reason“?
Ja…genau. Da ist ja so ein sehr „Meshugga“-mäßiger Part drin. Also, sehr sehr vertrackt, sehr unrhythmisch in dem Sinne. Und da wollten wir mal ein paar Sachen reinlegen, um es so ein bisschen interessant zu halten. Und was auffällt, dass schon ne Ecke mehr Samples und Keyboards mit drin sind, auch wenn sie nicht den Hauptteil der Musik ausmachen und mehr im Hintergrund sind - ist aber mehr als wir im letzten Album zum Beispiel hatten.
Ja stimmt. Ich hatte insgesamt so einfach das Gefühl – wahrscheinlich liegt es daran, dass der Härtegrad wieder mehr geworden ist, dass ihr die Geschwindigkeit ein bisschen aufgepickt habt – dass ihr euch so ein bisschen zurückbesinnt auf die, sagen wir mal „Roots“ des MetalCore, auf das was ihr wirklich könnt, wo es herkommt. Wie gut, hattest du das Gefühl, kam die Björk-Coverversion an? Ich meine, mit den weiblichen Vokals ist ja schon eine Öffnung in eine andere Richtung gemacht.
Also, ich glaube, die kam ganz gut an, weil auch relativ viele Mädels - auch über myspace – gekommen sind, ob wir den nicht mal live spielen können. Und hatten wir auch mal kurz überlegt, aber das ist natürlich relativ schwierig wegen der Sängerin. Es ist schon auf relativ positive Resonanz gestoßen. Ich denke mal, da werden bestimmt auch einige dabei gewesen sein, die gesagt haben, „Boa, was ist denn das jetzt für ne Scheiße“. Ich weiß halt nur, dass ein paar Mädels gekommen sind, die gefragt haben, ob wir den nicht mal live spielen können, weil sie es ne lustige coole Idee fanden.
Ich fand es durchaus auch sehr interessant und auch ‘ne gelungene Umsetzung, weil es eben aus ‘ner ganz anderen Ecke kommt. Die nächste Frage, die ich jetzt hier auf meinem Zettel stehen habe, hat jetzt eher ne allgemeine Bedeutung was die Lyrics angeht. Ich weiß, du bist theoretisch nicht für die Lyrics zuständig, die macht hauptsächlich Andy, nicht?
Ja, genau.
Aber kannst du mir so ungefähr sagen, wo für euch sozusagen der Faden liegt. Welche Richtung schlägt „The Awakening“ da ein, wo geht es hin?
Er hat diesmal definitiv ein bisschen andere Texte geschrieben. Natürlich wird man, wenn man sie liest, erkennen, dass Andy sie geschrieben hat Aber es ist halt ein bisschen positiver. Und die Texte fangen oft genauso depressiv an wie andere Texte von ihm, haben aber oft einen Ausweg oder Lösungsvorschläge für irgendwas, das ein Hoffnungsschimmer am Ende durchkommt. Natürlich nicht auf jedem Text. Aber das ist so ein bisschen die Richtung, die er eingeschlagen hat. Deswegen auch der Titel „The Awakening“, weil es ein bisschen was anderes ist, diese Hoffnungsgebung und die Musik auch ein bisschen anders ist als vorher. Und da fanden wir, dass der Titel sehr gut dazu passt.
Naja, ich meine, das letzte war „The Undying Darkness“. Da war die Düsternis schon noch sehr dominant. Und jetzt kommt so ein bisschen das Aufwachen, man könnte ja vielleicht auch einen Hoffnungsschimmer sehen, oder wie?
Genau, so grob wenn man es mit einem Satz sagen wollte, ist es genau so gemeint.
Ich hab jetzt nur die Texte mal überflogen, ich dachte wir unterhalten uns besser so ein bisschen über die Musik, haben wir ja auch echt ganz nett gemacht. Kannst du mir noch verraten wie es weitergeht, bleibst du bei diesem Tempo der Produktion, werden wir in ‘nem Jahr uns wieder unterhalten?
Ähm, kann gut sein. Also, wie gesagt, ist halt immer so wie es passt. Das ist natürlich schon ein bisschen kürzer als es beim letzten Mal war, das ist jetzt aber mehr oder weniger Zufall gewesen. Es war halt gerade recht viel Zeit vor Weihnachten und ich hatte sonst nicht so viel zu tun und da hab ich das Album halt fertig gemacht. Und im Sommer released man ja meistens nicht so wegen der ganzen Festivals. Außerdem ist es blöd, wenn du ein Album fertig hast und du nimmst es im Sommer auf. Dann ist das Album für dich, wenn es dann erst sagen wir mal im September kommt, schon wieder 9 Monate alt. Dann ist es kein so tolles Gefühl, ein „neues“ Album rauszubringen, weil es in dem Sinne für dich schon wieder alt ist. Und dann haben wir halt gesagt, wir machen es halt jetzt. Die Plattenfirma ist auch mehr als zufrieden, weil zu dem Zeitpunkt, wo das Album jetzt kommt, nicht so viele andere Releases im Haus selbst kommen, dass man sich gut darauf konzentrieren kann. Es war halt fertig und es hat sich angeboten und dann haben wir es halt gemacht. Ich finde ein Jahr und 3 Monate geht auch grad noch. Aber kürzer sollt es nicht werden. Vielleicht wird beim nächsten wieder ein halbes Jahr länger vergehen. Kann man nicht so genau sagen.
Und werden wir euch im Sommer auf den Festivals zu sehen kriegen oder kommt ihr auf ‘ne Tour?
Also, Tour jetzt erst mal nicht so. Wir haben jetzt ja grad die Tour mit „Bleeding Through“ zu Ende gemacht. Die war fünf Wochen lang. Aber wir werden definitiv einige Festivals spielen, zum Beispiel „With Full Force“. Da kommen auch noch ein paar mehr. Bestätigt sind jetzt glaube ich bis jetzt sechs, sieben Stück. Wir wollen nicht so viele spielen wie letztes Jahr, aber schon auf jeden Fall ein paar. Und dann werden wir im Herbst noch mal auf ‘ne Tour gehen. Vielleicht nicht fünf Wochen, aber so zwei, drei. Da werden wir auf jeden Fall einige Deutschlandshows mit dabei haben. Was für Bands noch mitkommen werden, weiß man noch nicht, wir planen noch nicht direkt, aber wir wollen nicht direkt nach dem Album-Release touren, sondern das Album erst mal rausbringen. Dann können die Leute das Album erst mal anhören. Es ist irgendwie besser, wenn die Leute das Album schon besser kennen, wenn man live spielt. Ich bin eigentlich eh nicht so ein Fan davon, ein Album rauszubringen und ne Woche später schon auf Tour zu gehen. Dann sind die Songs noch so neu, dann ist das nicht so, dass man sagen kann „Oh, jetzt kommt mein Lieblingssong von dem Album“, weil man es sich noch gar nicht so wirklich in der kurzen Zeit überlegen kann, wenn man das Album gar nicht so oft gehört hat. Deswegen find ich es eigentlich ganz gut im Sommer nur so ein paar Festivals zu spielen und dann halt die Tour zu dem Album in dem Sinne erst zum Herbst hin zu machen.
Also, ihr geht es jetzt ein bisschen ruhiger an und kommt dann dafür im Herbst um so heftiger wieder.
Wenn man so will schon. Vielleicht gehen wir nach Amerika zwischendurch. Aber in Europa wird es bis auf Festivals erst mal Herbst.
von Alexandra von Schiefner | 13.06.2007 | Kommentare (5) | Kommentar schreiben
Kommentare (5)
uot;>wow gold</a>, please come here to our site. We have done a great number of orders for <a href="http://www.wowgoldshopping.co
m">wow gold</a> and have hundreds of orders for you.
* Felder, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, bitte in jedem Fall ausfüllen.
Deine email Adresse wird zwar gespeichert, aber auf dieser Seite nicht angezeigt.
HTML-Tags sind nicht erlaubt und werden entsprechend umgewandelt.





