Interviews

Bleed The Dream

Bleed The DreamBleed The Dream ist ein ausgesprochen hartnäckiges Quartett aus LA, das sich selbst in den letzten paar Jahren genau dahin gebracht hat, wo es hin will und vor allem hingehört: „Es gibt eine alte Weisheit, die besagt, dass Du dein Glück zwingen musst. Es ist genau diese Haltung, die den Unterschied macht. Entschlossenheit. Mut. Niemals aufgeben. Wir akzeptieren kein “Nein” als Antwort.” So Dave Aguilera zur grundsätzlichen Einstellung der Band. Von der Gründung des DIY-Labels Maphia zum Vertrieb der eigenen EPs und DVDs über exzessives Touren bis zum Labelvertrag mit Warcon Records und der darauf folgenden Veröffentlichung des Debüts Built By Blood – die Geschichte der Band erfüllt die Kriterien für ein Rock´n´Roll Abenteuer mehr als hinlänglich. Das zweite Album der Band, Killer Inside, erscheint am 18.05. Für diese Produktion stand den Jungens der Produzent Garth Richardson (Rage Against the Maschine, Red Hot Chili Peppers, Rise Against!) zur Verfügung, der äußerst erfolgreich daran gewirkt hat, den epischen und satten Sound umzusetzen den die Jungens vorher im Kopf hatten. Freundlicherweise haben sich Dave Aguilera (Gitarre) und Mark Holmes (Gesang) vor dem neuesten Tourstart die Zeit genommen und ein paar Fragen beantwortet.

Bleed The Dream existieren seit vier Jahren. Innerhalb dieses Zeitraums sind 50% des Band Line-Ups ersetzt worden. Warum seid Ihr bei diesem Namen geblieben und habt nicht einfach eine neue Band gegründet?

Dave: Wir haben einfach ungemein viel Zeit in diese Band investiert. Für mich persönlich ist es jedoch auch eine Möglichkeit, die Erinnerung an Scott [Gottlieb. Nach Erscheinen des Debüts verstorbener Drummer der Band.] lebendig zu halten.

Wer ist der inoffizielle Kopf der Band und prügelt die anderen zurück auf Linie?

Dave: Wir sind eine wahre Demokratie! Jeder hat eine gleichberechtigte Stimme bei Allem was wir tun. Ich denke aber, dass ich der Kapitän bin. Ich bin einfach der Geschäftsmann…

Worauf bezieht sich der Album Titel Killer Inside?

Mark: Analsex. (äh… nicht wirklich). Er bezieht sich generell auf die Idee, dass genau das Ding, das einen runterzieht, etwas in einem selbst ist. Wir verbringen derbe viel Zeit damit alle möglichen Leute für unsere Probleme verantwortlich zu machen, aber tatsächlich… Meistens ist es doch so, dass derjenige, der alles in einem tötet, man selbst ist. In diesem Falle gab es diese eine Sache, die alles zerstörte, was mir persönlich in meinem Leben wichtig war, meine Freunde, meine Karriere, einfach alles… und wenn ich nicht damit aufgehört hätte, hätte ich mich im wahrsten Sinne des Wortes umgebracht. Beim Schreiben der Songs für das Album war ich jedoch sehr vorsichtig und habe die Texte so konzipiert, dass es egal ist um welche Sache es sich bei mir gehandelt hat bzw. was ich durchgemacht habe… Ich habe die Texte so geschrieben, dass jeder das auf seinen eigenen Kram beziehen kann.

Was habt Ihr beim Schreiben und Aufnehmen so gehört?

Dave: Keinen Rock! Ich versuche das grundsätzlich zu lassen, einfach weil das damit endet, dass man Songs schreibt, die klingen als wären sie von anderen. Mark: Ich würde im Prinzip das Gleiche sagen. Es war allerdings so ein schneller und intensiver Schreibprozess, dass ich auch gar keine Zeit gehabt hätte, irgendetwas anderes zu hören, selbst, wenn ich gewollt hätte (lacht).

Was sind musikalisch betrachtet Eure Haupteinflüsse?

Dave: Alles!! Wir sind wahre Musikliebhaber: Country, Punk, Hardcore, Rock, Jazz, einfach alles! Mark: Yeah, wir sind mit Sicherheit welche von denen, die die gesamte Bandbreite dessen abgrasen, was es überhaupt gibt.

Wie wichtig ist die Arbeit von Garth Richardson für den Sound des Albums?

Dave: Er war einfach nur groß!! Er hat alle Ideen in Schall übersetzt und sie über den Zenit hinausgetrieben. Er produziert nicht umsonst seit über 30 Jahren Bands. Mark: Das, was Garth zu einem so unglaublichen Producer macht, ist die Tatsache, dass keine der Bands, mit denen er gearbeitet hat, nachher klingt wie eine der anderen, die er auch produziert hat. ER hat keinen speziellen Sound. Er findet raus, was am jeweiligen Artist unverwechselbar und einzigartig ist. Er findet das Beste, was in einem steckt und genau damit arbeitet er. Das ist GENAU DAS, was er mit unserer Platte gemacht hat. Jedes Bandmitglied würde unterschreiben, dass die Aufnahmen, die jeder einzelne für dieses Album abgeliefert hat, die besten sind, die sie je gemacht haben auf jeder beliebigen Platte, die sie gemacht haben.

Seid Ihr zufrieden mit der epischen Atmosphäre, die Ihr auf dem Album kreiert habt?

Dave: Das war genau das, was ich wollte! Ich wollte diesen zusätzlichen Klang UNTER der Musik. Also so was wie ein Keyboard zum Beispiel, nur dass wir das alles tatsächlich nur mit Gitarren, Bass und Baritongitarren hinbekommen haben, hauptsächlich mit jeder Menge Effektgeräten… Mark: Ja…

Habt Ihr nicht langsam die Schnauze voll vom Touren? Es ist zum Beispiel schon das vierte Mal, dass Ihr die komplette Vans Warped Tour mitmacht…

Dave: Nee, wir lieben das! Es ist schwieriger, wenn man dann heim kommt, weil man dann wieder eng mit der Familie zusammenlebt. Dann musst du wieder los und das ist zum Kotzen, weil es einfach dazu führt, dass du sie noch mehr vermisst.

Ein paar Geschichten, bitte: Das erste Mal, dass Ihr die Vans Warped Tour gespielt habt verlief quasi im Guerilla-Style. Wie denn?

Dave: Eigentlich sind wir da nur aufgekreuzt und haben uns geweigert wieder zu gehen, bis man uns spielen lässt.

Scott Gottlieb, Euer ehemaliger Dummer, ist 2005 an Krebs gestorben. Inwiefern hat Euch das als Band beeinflusst?

Dave: Ich denke, dass hat uns in erster Linie als Menschen verändert. Einen guten Freund zu verlieren zwingt einen dazu sehr schnell erwachsen zu werden und die Welt ernster zu betrachten.

Habt Ihr normale Jobs oder lebt Ihr nur für die Band?

Dave: Nicht wirklich, keiner von uns hat einen Job, nur die Band. Ich habe noch eine Klamottenlinie am Start (Maphia) und einen Online-Store, maphiamerch.com.

Wie wichtig sind Euch Eure Fans? Was macht Ihr um einen engen Band-Fan Kontakt aufrecht zu erhalten?

Dave: Sie sind alles für uns, ohne sie gäbe es uns gar nicht!!! Wir mögen es wirklich sie auf den Konzerten zu treffen und vor allem nach den Shows mit ihnen anzuhängen; wir reden online mit ihnen, wenn wir können. Das letzte Mal als wir in Europa und England getourt haben, haben wir jede Nacht mit Ihnen gesoffen. Es war phantastisch, sie haben uns all diese coolen Orte gezeigt…

Tanga oder Pantie an Deiner Freundin?

Dave: Nackt nach vorne gebeugt.

Beck´s oder Budweiser?

Dave: Becks. Ich hasse Bud!

Gras oder LSD?

Dave: Lass es mich so formulieren: Ich bin so schon bekloppt genug. (lacht) Meine Freunde haben mir geschlossen geraten nicht auch noch Drogen zu nehmen. LSD usw. scheint einen guten Trip zu versprechen (Gott, ich liebe diese ganze gute Drogenmusik, Pink Floyd und so), aber ich denke mir die ganze Zeit, ich bin so schon weit gekommen, warum sollte ich jetzt damit anfangen. Ich bin stolz sagen zu können, dass ich niemals Drogen genommen habe. Ich hab mal Gras geraucht als ich so 12, 13 war, aber das würde ich auch nicht unbedingt als Droge einstufen.

von Karoline Frohlinde | 16.05.2007 | Kommentare (1) | Kommentar schreiben

Kommentare (1)

Das interview langweilt ein bisschen. Es ist nicht komplett schlecht, aber die Schnellrunde hättest du dir sparen können.
# 1 Steffen 17.05.2007 12:33
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