Interviews

Backyard Babies

PromoeDie Backyard Babies waren auf Tour in Deutschland. Wenn man die Festival-Auftritte mit einrechnet, dann bereits zum dritten Mal in diesem Jahr! Und bei jeder dieser Touren hab ich sie mir auch live angesehen, bei der letzten durfte ich sie nun auch endlich persönlich treffen. Im Conne Island in Leipig, wobei ich hier mal einen kleinen Gruß an die Infrastruktur der Stadt Leipzig schicke, die mich zusammen mit dem Berufsverkehr, fast in den Wahnsinn getrieben hätte!! Naja ich bin dann doch nicht vollkommen durchgedreht und habe auch den Treffpunkt dann noch gefunden. Gitarrist Dregen und Schlagzeuger Peder haben sich am späten Nachmittag vor dem Soundcheck meinen Fragen gestellt während sie es sich im Backstage-Bereich gemütlich gemacht hatten, und ich durfte mich dazu gesellen. Das brauchte man mir nicht zweimal zusagen…! :-)

Hey hallo, schön euch mal persönlich zu treffen. Für mich als Fan natürlich eine besondere Ehre (schleim :-). Okay dann will ich mal gleich anfangen:

Ihr habt ja dieses Jahr ein neues Album raus gebracht. Wie ist das bei einem neuen Release z.B. bei “People like people…” seid ihr da überhaupt noch aufgeregt wie die Fans die Platte annehmen werden oder ist da schon eine Art Routine eingetreten?

Dregen: Also wir waren eigentlich noch nie nervös vor einem CD-Release. Wir machen uns auch niemals Stress wenn wir ein Album machen. Weil also wenn du eine Platte machst, dann findest du das auch gut was du da gemacht hast und deshalb bringen wir auch nur Songs auf die Platte mit denen wir zu 100% zufrieden sind. Wir haben uns noch nie wirklich darum gekümmert, und uns so große Gedanken gemacht ob das jetzt jemand nicht gefallen könnte, die Hauptsache ist, wir stehen hinter dem was wir machen. Und die Songs gefallen uns, das ist uns wichtig. Peder: Jeder in der Band weiß was ihm gefällt uns was nicht und wir versuchen immer einem guten Kompromiss zu finden so dass letztendlich jeder zufrieden ist mit dem Ergebnis. Dregen: Das ist so eine Art “Nehmen und Geben”. Wir können ein Album aufnehmen das die Charts stürmt und das jeder toll findet, aber das wir nicht wirklich mögen, dann wären wir nicht ehrlich zu uns selbst. Kurz gesagt, das Wichtigste ist das wir hinter den Songs stehen, wenn es den Fans dann auch noch gefällt ist das sozusagen ein guter Bonus dazu.

Da ihr ja sicher schon eine ganze Menge Fragen zum neuen Album beantworten musstet, will ich darauf jetzt auch nicht mehr so sehr eingehen nur noch eine Frage dazu: Was ist euer Lieblingssong auf dem Album und warum gerade dieser?

Dregen: Mmhh das ist schwer, weil ich eigentlich alle Songs sehr gern mag. (überlegt laaange) Eigentlich ändert sich das sowieso von Tag zu Tag. Aber momentan würde ich sagen “You cannot win”. Den Song haben wir zusammen mit Nicke von den Hellacopters geschrieben. Es ist schon was anderes wenn du deine Songs alleine schreibst oder wenn du zusammen mit jemandem schreibst, weil derjenige vielleicht Ideen mit einbringt die dir selbst in dem Moment gar nicht eingefallen wären. Leider spielen wir den Song nicht live auf dieser Tour. Peder: Ich mag “Roads”, das ist mal was ganz anderes, weil Nicke Akkustik-Gitarre spielt.

Welche Platte habt ihr euch als erstes gekauft ?

Dregen: Meine allererste Platte die ich mir von meinem eigenen Geld gekauft habe war KISS “Alive” Peder: Meine erste Platte hab ich von meiner Schwester bekommen, das war “Number of the beast” von Iron Maiden. Ich wurde immer musikalisch durch meinen Bruder und meine Schwester beeinflusst.

Eure Platte ”From Demos to Demons” klingt noch ziemlich nach 80s so in die Richtung Glamrock und ihr habt ja auch schon Faster Pussycat gecovert oder mit 80s Ikone Michael Monroe zusammen gearbeitet. Mich als großen 80s Rockmusikfan würde mal interessieren wer eure Lieblingsband dieser Zeit ist?

Dregen: Ich würde mal sagen Guns´n roses, Mötley Crue ist auch gut aber letztendlich muss ich sagen waren Guns´n roses einfach die Besten. Besonders seit ich mal ein Interview von einem schwedischen Journalisten mit Vince Neil gesehen habe. Aber das ist eine andere Geschichte….

Ich finde eure Coverversion von Faster Pussycat´s “Babylon” ziemlich gut. Spielt das doch ab und zu auch mal wieder live?!

Peder: Vielen Dank. Ja wir mögen den Song auch sehr gerne, da hast du Recht den könnten wir mal wieder spielen. Vielleicht tun wir das auch auf einem der nächsten Konzerte. Und dann wird er nur für dich gespielt. (*hui da bin ich doch fast rot geworden*)

Apropo Cover, habt ihr auch schon mal an eine Art Coveralbum gedacht, ähnlich dem welches die BONES ja erst kürzlich heraus gebracht haben?

Dregen: Wir haben darüber gesprochen, ja, aber die Backyard Babies waren ja noch nie wirklich eine Coverband, also wir haben nie viele Covers gespielt und deshalb wohl eher nicht…außer vielleicht später falls wir mal keine eigenen Songs mehr schreiben können.

Woran liegt es eigentlich dass es so viele gute Bands aus Skandinavien, speziell aus Schweden gibt?

Dregen: Wir haben alle den selben Vater…hahaha. Naja ich weiß nicht, in Schweden gibt es etwas das wir den “Schneeball-Effekt” nennen, das heißt wenn der (symbolische! natürlich) Ball einmal ins Rollen gerät wird er immer größer und größer. Also auf eine gute Band folgen meist weitere die eben auch ziemlich gut sind. In Stockholm ist es ein ganz gesunder Wettbewerb, alle hängen zusammen ab, verstehen sich und niemand erzählt Scheiß über den anderen.

Es gibt also keinen Konkurrenzkampf unter den schwedischen Bands?

Dregen: Nein nein, also okay wenn jetzt natürlich die Hellacopters ein neues Album raus bringen dann versuchen wir schon ein noch besseres zu machen. Aber das passiert ja alles auf freundschaftlicher Ebene. Aber um nochmal auf die vorherige Frage zurück zukommen, in Schweden ist es mit den Bands eigentlich nicht anderes als sonst wo, der Unterschied ist eben in Schweden gibt es eine Menge Clubs, die die jungen Bands bei sich auftreten lassen, und auch viele Fanzines and Magazine die über die Bands schreiben und informieren und sogar auch im schwedischen Radio oder Fernsehen. Aber dieses Gerücht das junge Bands in Schweden so extrem vom Staat unterstützt werden stimmt auch nicht wirklich, wir z.B. haben nie wirklich Unterstützung von unserer Regierung bekommen. Der größte Vorteil ist wahrscheinlich, dass es in Schweden ziemlich einfach ist einen Ort zu finden an dem du mit deiner Band auftreten darfst.

Was war denn das allererste Konzert auf dem ihr wart?

Peder: ABBA…hahaha, nein Scherz. Dregen: Das war eine kleine einheimische Band aus Schweden, aber mein erstes großes Konzert war KISS auf ihrer “Lick it up”-Tour. Ich erinnere mich auch noch gern an den Old Marque Club in London. Wir sind oft von Göteborg nach London gefahren, um Bands zu sehen die nicht in Schweden gespielt haben, wie z. B. Dogs D´Amour oder The Cramps.

Ich sehe euch jetzt schon zum dritten Mal in diesem Jahr…euch gefällt es wohl bei uns in Deutschland?! Was besonders?

Beide: Das Publikum ist super hier.

Kennt ihr vielleicht auch schon irgendwelche deutschen Wörter?

Dregen: “Hallo ich bin ein Joghurt-Geschäft” (Anm. in eigener Sache: Ich konnte nicht wirklich heraus hören ob Dregen nun von sich behauptet hat ein “JOGHURT” oder ein “JODEL” Geschäft zu sein. :-) Mich würde mal interessieren wer ihm diesen Schmarren beigebracht hat?!) Peder: “Dankeschön”. Ich kann nicht wirklich viel. In Schweden konnten wir zwar Deutsch als 2. Fremdsprache wählen und das habe ich sogar gemacht aber ich habe mir leider nicht so viel gemerkt, aber eigentlich ist es realtiv einfach und ein paar Sachen kann ich auch noch verstehen wenn jemand Deutsch spricht. Dregen: Ich habe es nie gelernt aber wenn ich etwas auf Deutsch lese kann ich mir daraus schon das ein oder andere zusammen reimen. Deutsch ist gar nicht so anders als Schwedisch. (Daraufhin folgt ein Versuch der beiden mir etwas auf Schwedisch beizubringen…die vielen “Ä´s” und “Ö´s” in den klangvollen schwedischen Wörtern habe ich natürlich mit Bravour betont und wurde, wahrscheinlich aber nur aus Höflichkeit, auch für meine gute Aussprache gelobt, aber ich will das hier trotzdem nicht weiter erläutern… :-D)

Und kennt ihr auch ein paar deutsche Bands?

Dregen: Ja sicher, Big Boy mit dem wir ja gerade auf Tour sind, die Beatsteaks, die Ärzte, Toten Hosen Peder: die Scorpions…hähähä

Habt ihr eigentlich ein besonderes Ritual, etwas das ihr immer macht bevor ihr auf die Bühne geht?

Dregen: Nein nicht wirklich. (Anm. Plötzlich wird es stockdunkel im Raum, weil Krille der Manager mit seinem Laptop einen Stromausfall verursacht hat. Für einen kurzen Moment ist absolute Stille, dann Dregen: “This…is what we do before we go on stage…hähähä”) Ok. Nein, also wir haben kein spezielles Band-Ritual, das einzige was immer gleich ist, wir wollen die letzte Stunde vor der Show unsere Ruhe haben. Peder: Ja genau, wir ziehen uns zurück, hören Musik, nehmen ein paar Drinks :-) so Sachen eben

Bald ist ja Weihnachten. Wie feiert ihr denn, gibt es in Schweden eine besondere Tradition?

Peder: Nein wie jeder andere auch. Ich denke das ist bei uns ganz ähnlich wie hier in Deutschland. Dregen: Wir sitzen zusammen, essen und trinken und dann verteilen wir die Geschenke.

Wie habt ihr eigentlich euer Geld verdient, bevor ihr mit dem Musik machen eurer Leben finanzieren konntet?

Dregen: Wir haben nie Geld verdient :-) Nein, naja also wir hatten alle möglichen kleinen Jobs, aber nie etwas Festes. Peder: Ich habe deutsche Touristen herumgefahren, also ich war keine Guide oder sowas, ich war einfach nur der Fahrer Dregen: Ich habe mal als Gärtner gearbeitet, Nicke hat sich um hilfsbedürftige alte Menschen gekümmert, und Johan hat so was ähnliches wie er hier gemacht (Dregen verweist dabei auf ihren Merch-Verkäufer der gerade dabei ist Buttons zusammen zubauen)

Letzte Frage. Wie sehen denn eure Pläne für das nächste Jahr aus?

Dregen: Wir haben eine Menge geplant: eine neue Platte, einige Festivals in Europa hoffentlich auch wieder in Deutschland, außerdem werden wir Anfang nächsten Jahres in Südamerika auf Tour gehen darauf freuen wir uns schon sehr, und vielleicht bringen wir auch noch eine Live-DVD raus, ich hoffe das klappt. So das war´s, vielen Dank das ihr euch Zeit genommen habt für mich es hat mich wirklich gefreut euch zu treffen. Danke Dregen: Kein Problem, gerne doch, wir bedanken uns auch. Wir hoffen dich später doch noch bei der Show zu sehen? - Aber hallo na klar doch!!

Nachdem mich der freundliche Merch-Mann noch mit allerlei Buttons beschenkt hat, haben sich meine beiden überaus netten Gesprächspartner dann auch noch freiwillig mit mir fotografieren lassen. Ich musste also keine Gewalt anwenden um sie mit mir auf ein Bild zu bekommen. Ich muss sagen das Interview hat meinen ohnehin schon positiven Eindruck von der Band nur noch bestätigt und ich kann jedem nur raten sich die Backyard Babies mal live anzusehen.

von Steffi Ring | 11.12.2006 | Kommentare (2) | Kommentar schreiben

Kommentare (2)

haha wie geil, vor allem der stromausfall war bestimmt toll >.<
xxx
# 1 Anna 12.12.2006 21:47
Oaah, wie geil. Ich will auch.
Die machen geile Musik & sind auch noch sexy. Die sin doch bestimmt auch voll lustig.
Ich muss die unbedingt noch ma sehen. Hab die letztes Jahr aufm Vainstream gesehen. Ob die noch ma da hinkomm ^^
# 2 Franzü 12.02.2007 17:38
Kommentar schreiben











* Felder, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, bitte in jedem Fall ausfüllen. Deine email Adresse wird zwar gespeichert, aber auf dieser Seite nicht angezeigt.

HTML-Tags sind nicht erlaubt und werden entsprechend umgewandelt.

Vainstream Rockfest 2008

Rockfest powered by

Werbung

Vainstream empfiehlt

Werbung