Interviews

Stone Sour (Josh Rand - Guitar) - München, 21.10.2006

 Ein ruhiges, abgelegenes Werksgelände in München wird heute Abend einen ziemlich heissen Abend erleben. Stone Sour sind in der Stadt und haben sich vorgenommen, den deutschen Fans so richtig einzuheizen! Das neue Album „Come(whatever) may“ hat eingeschlagen, wie eine Bombe und einen spannenden Support haben Stone Sour mit den aufstrebenden „Flyleaf“ aus Texas auch gleich mit eingepackt. Bereits drei Stunden vor Einlass lungern vorwiegend langhaarige, schwarzgekleidete Anhänger vor den Türen der Halle herum. Vorher treffe ich aber noch den Gitarristen der Band Josh Rand zu einem Interview, der mich gleich strahlend mit einem fröhlichen „Hallo, wie geht’s Dir denn?“ begrüsst. Danke, großartig! Jetzt bin ich aber dran:

Wie geht’s Dir heute, Josh?

Mir geht’s großartig! Endlich habe ich ein wenig Schlaf bekommen seit wir Amerika verlassen haben, von daher bin ich echt happy heute!

Wie war Euer Auftritt gestern in Chemnitz? Gibt’s denn einen Unterschied zwischen den deutschen und den amerikanische Fans?

 Oh der war einfach gigantisch! Ich mag die deutschen Fans auf jeden Fall! Die amerikanischen Fans sind wirklich verrückt, da ist meistens einer, wie der andere. Ich habe es schon einmal erwähnt und sage es gerne wieder, die europäischen Fans sind einfach besser….oje, ich werde echt Ärger für diese Aussage zu Hause bekommen! (lacht) Nein, ich mag natürlich alle Fans, alle sind Individuen, egal in welchem Land wir spielen, alle flippen aus und haben Spass….aber die europäischen sind einfach die Besten! Die Japaner sind zum Beispiel total durchgeknallt!

Was denkst Du über Eure Supportband „Flyleaf“? Magst Du deren Musik?

Die finde ich wirklich toll! Alle von uns finden die toll, deswegen haben wir ja beschlossen, sie mit auf unsere Tour zu nehmen. Wir haben Sie getroffen und ein paar kleinere Konzerte in den Staaten zusammen gespielt. Wir lieben diese Band! Das sind einfach großartige Leute! Jim und ich haben sogar ein paar Songs mit ihnen gespielt! Es ist wirklich toll, dass sie mitgekommen sind, um uns zu supporten.

Hier vor der Halle rennen ja einige Fans mit Slipknot T-Shirts rum und viele Fans rufen während den Konzerten ja auch nach Liedern, die sie gerne hören möchten. Was denkst Du, wenn sie nach Slipknot Liedern schreien?

 Tja, die sind dann wohl falsch hier! Ich meine, wir würden niemals in einer Millionen Jahren einen Slipknot Song spielen, genauso wenig, wie Slipknot einen Stone Sour Song spielen würden! Aber nunja, es ist, wie es ist, man kann es natürlich nicht kontrollieren! Allerdings muss ich sagen, dass sie mit Slipknot T-Shirts rumlaufen ist klar und das ist auch ok, denn viele sind über Slipknot auf Stone Sour aufmerksam geworden. Aber dass Fans nach Slipknot Songs schreien, kam eigentlich nur am Anfang ein paar Mal vor. Seit das zweite Album raus ist, habe ich es kein einziges Mal mehr gehört. Ich denke inzwischen weiss jeder, dass es hier um Stone Sour geht und nicht um Slipknot.

Was ist Dein Lieblingstrack auf dem neuen Album „Come what (ever) may“?

Oh das ist schwer….aber ich denke es ist „Hell & Consequences“. Eigentlich war es immer mein Lieblingstrack, seit es vor 2 Jahren geschrieben wurde. Ich bin sehr stolz auf diesen Song, denn endlich habe ich einen Song geschrieben, bei welchem es nicht so sehr darum geht, was ich fühle, sondern es sind einfach 3 1/2 Minuten, die tierisch abgehen. Er hat einfach diese Energie, die Dich dazu bringt, dass Du Dich in ein Auto setzen und verdammt schnell fahren willst! Das liebe ich so an diesem Song!

Du hast ja mal in einem Interview erwähnt, dass Du die härteren, progessiveren Sachen liebst und es einige Bands gibt, mit welchen Du sehr gerne zusammen arbeiten würdest. Einen neuen Drummer haben Stone Sour ja erst bekommen, müssen die Fans also befürchten, dass Du vielleicht auch bald aussteigen wirst?

 Ich würde NIE…ach scheisse, ist das schwer, das ist eigentlich ne echt gute Frage! Weisst Du, ich liebe diese Band! Ich kenne die Hälfte der Jungs, mal von Roy abgesehen, bereits mein halbes Leben! Ich kann mir zwar vorstellen etwas mit einer Progressive Band zu machen, aber das wäre dann in einer Auszeit von Stone Sour. Stone Sour ist momentan meine absolute Priorität! Ich meine, wenn Jim und Corey zu Slipknot zurückkehren, muss ich ja auch irgendwas tun, da hätte ich dann die Möglichkeit dazu. Der Reiz an einem Projekt mit einer Progressive Band wäre eben der, dass es Songs von mir gibt, die wir nicht als Stone Sour umsetzen können, weil sie sich zu sehr nach Slipknot anhören würden. Wir wollen die beiden Bands auf jeden Fall deutlich voneinander trennen. Irgendwann etwas mit einer anderen Band durchzuziehen, kann ich mir also definitiv vorstellen, aber verlassen würde ich Stone Sour nie!

Was denkst Du als „Harter Junge“ über die Balladen auf dem neuen Album, wie z.B. „Through Glass“?

Eigentlich mag ich es sogar sehr diesen Song zu spielen. Na gut, eigentlich habe ich grossen Spass an jedem Song, aber um ehrlich zu sein, konnte ich mit dem ruhigeren Zeug gar nichts anfangen, als ich noch etwas jünger war. Ich will nicht sagen, dass mich solche Musik langweilt, aber ich bin eben ein Headbanger, der immer die Birne schütteln muss (lacht) Es würde wohl etwas seltsam aussehen, wenn ich headbangend auf der Bühne sitzen würde mit einer Akustikgitarre unter dem Arm! Aber inzwischen ist es ok für mich. Heute komme ich etwas runter, wenn ich solche Songs spiele und ich tue es gerne, weil es ein Teil von dem ist, was Stone Sour ausmacht!

Äusserst ruhig ist ja auch der letzte Song des Albums „zzyzx road“, wie immer man ihn auch aussprechen mag….

(grinst) ja, ich versuche es auch immer wieder, ich sage „sissix road“! Das ist eine Strasse die von Las Vegas nach Los Angeles führt! Ja echt, die gibt’s wirklich!

Spielst Du denn gerne Solos, wie ein solches in diesem Song? Ich meine, das ist ja schon sehr dramatisch und erinnert mich ehrlich gesagt an einen Slash oder einen Richie Sambora, der irgendwo auf nem Berg steht mit nem tiefem Canyon drunter….

 Haha…ja, das stimmt wohl, aber das brauchte der Song einfach! Als ich mich hingesetzt habe, um dieses Solo aufzunehmen, war das ziemlich heftig für mich, denn ich bin ja eher der Schredder-Typ. Da musste ich mir erstmal klar machen, eben nicht nur Zeige- und Mittelfinger zum Greifen zu benutzen (lacht) Deswegen bin ich auch so stolz darauf, weil ich vorher nie etwas in dieser Richtung gespielt habe! Und dann kam es eben einfach aus mir heraus…

Während den Aufnahmen bist Du ja 3-5 Meilen am Tag gerannt, um den Kopf für die Aufnahmen frei zu kriegen. Hast Du das vorher auch schon getan?

Ich war eigentlich schon immer ein grosser Gesundheitsfreak, dann bin ich aber etwas faul geworden. Während den Aufnahmen habe ich wieder damit angefangen, weil wir immer so früh aufgestanden sind. Ich habe einfach meinen I-Pod eingestöpselt und bin losgerannt, um mich frei zu machen, bevor wir ins Studio mussten. Ich denke Sport ist der beste Stressbewältiger den es gibt, von daher war es ein guter Ausgleich zu den anstrengenden Studioaufnahmen. Aber manchmal war es auch einfach nur ein Zeitvertreib.

Wie war es für Dich, als Eure Single auf Platz eins der Charts gestürmt ist? War es einfach nur ein Riesenerfolg für Dich, oder dachtest Du „Scheisse, sind wir jetzt mainstream“?

Sind wir doch mal ehrlich: jede Band, die sagt, dass es Ihnen egal ist, ob sie in den Charts sind oder nicht, lügen doch. Jeder will doch akzeptiert werden, sei es vom Indiepublikum oder vom mainstream. Und jeder, der den Erfolg haben sollte, den wir hiermit hatten, wäre gnadenlos dankbar dafür! Von mir aus kann uns jeder mainstream nennen, aber als ich erfahren habe, dass wir auf Platz eins gestürmt sind, bin ich einfach nur völlig ausgeflippt und habe mich riesig gefreut!

„Come what(ever) may“ ist ja tierisch erfolgreich, von daher wäre es bescheuert, Stone Sour immer noch als Nebenprojekt von Slipknot zu bezeichnen. Was habt Ihr also vor nach der Tour? Timeout oder können Sich die Fans auf ein drittes Album freuen?

 Jetzt touren wir ja erst noch ganz schön lange. Komplett fertig damit sind wir vielleicht im Sommer oder Herbst 2007. Für dieses Album ist Stone Sour dann erstmal erledigt. Corey und Jim werden zu Slipknot zurückgehen und ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung, was dann passieren wird. Vielleicht werde ich etwas eigenes machen, vielleicht auch nicht. Ich schreibe immer noch Songs für Stone Sour, aber wir denken zur Zeit nicht darüber nach, was passieren soll. Momentan zählt einfach nur das aktuelle Album und die aktuelle Tour, wir wollen bei den Shows einfach unser Bestes geben. Keiner kann sagen, was danach kommen wird…

Ok, dann habe ich noch ein kleines Spielchen für Dich: wähle einen, der beiden Begriffe und erkläre warum.

Ach Du scheisse, dass kann übel enden…(lacht)

Iron Maiden oder AC/DC?

Um Gottes Willen, auf jeden Fall Iron Maiden!!! Ich liebe Iron Maiden!!! Sie gehören zu den 5 Bands, die mich am meisten beeinflusst haben! Als ich 3 Jahre alt war, haben mich Kiss überrannt, danach war es Mötley Crüe und danach kam direkt Iron Maiden! Ich liebe einfach alles an Ihnen! Die Art wie Sie zusammenspielen, auf der Bühne harmonieren und sich regelrechte Gitarrensolo-Duelle liefern! Iron Maiden sind einfach unbeschreiblich! Ehrlich gesagt, bin ich kein grosser Fan von AC/DC. Ich respektiere, was sie geschafft haben, ich meine ihre Karriere spricht ja für sich selbst und niemand kann etwas Schlechtes über sie sagen, aber sie sind eben einfach nicht mein Ding.

Festival oder Clubgig?

Oh, das ist schwer! Aber ich denke, ich wähle den Clubgig! Denn das ist ganz allein unsere Show! Auf Festivals sind so viele Bands und so viele verschiedene Fans. Zum Beispiel heute Abend: jeder hier, ist nur wegen UNS hier! Von daher auf jeden Fall Clubgig!

Frühling oder Herbst?

Herbst! Ich bin ein Kaltwetter-Freak! Frühling heisst für mich einfach nur, dass wir in 2-3 Monaten wieder 120 Grad haben werden (lacht) Ausserdem liebe ich den Farbwechsel im Herbst! Sieht einfach schöner aus, als im Frühling

Hm, dann ist die nächste Frage wahrscheinlich schnell beantwortet: Hawaii oder Alaska?

Hawaii oder Alaska???? Scheisse, das ist glaub ich die schwierigste Frage, die mir je gestellt wurde!! Klar bin ich ein Kaltwetter-Freak, aber Hawaii??? oje, oje…hmmm, nein wenn ich ehrlich bin, würde ich doch Alaska nehmen! (lacht)

Kaffee oder Tee?

Oh, das kommt ganz auf die Stimmung an, manchmal Tee, manchmal Kaffee. Ich trinke beides.

Katzen oder Hunde?

Katzen! Die haben eine eigene Persönlichkeit. Ich habe beides zu Hause, aber mein Hund macht mich wahnsinnig….meine Katze bewahrt Haltung, so nach dem Motto „Hol mein Futter raus, mach mein Katzenklo sauber und geh mir aus dem Weg“!

Ist ein Glas Wasser halbvoll oder halbleer?

Auf jeden Fall halbvoll!

Zum Abschluss: Welche drei Dinge würdest Du auf eine einsame Insel mitnehmen?

(Josh überlegt…und überlegt….und überlegt….)

Ok, Personen sind auch erlaubt…

Oh, Personen? (Josh fängt an zu strahlen) Na, dann nehm ich meine Familie mit! Meine zwei kleinen Töchter und meine Frau.

von Petra Gentner | 30.10.2006 | Kommentare (1) | Kommentar schreiben

Kommentare (1)

Geil geil geil noch nis so´n ehrliches Inteview vom Liebling Josh gelesen...
# 1 Jasse 07.12.2006 11:04
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