Interviews

Madsen

Madsen

Seit 2004 gibt es jetzt die Band Madsen, benannt nach dem Familiennamen drei ihrer Mitglieder. Die Band, über die Thees Uhlmann schon zu Beginn ihrer Karriere schrieb: „Das wirklich Schöne bei den Madsen-Texten ist, dass Sebastian Madsen es geschafft hat, seine eigene Sprache zu finden. Er textet eher in einer eher anglo-amerikanischen Tradition, was bedeutet, dass er es schafft, mit unkonkreten Texten sehr konkrete Sachen auszudrücken, welche so groß sind, dass es dafür wohl nie Vokabeln geben wird. Ich, du, wir, die Welt, der Himmel, die Hölle, das Leben und der ganze Rest, hin und zurück in einer Zeile! Das muss man erst einmal schaffen.“ Dana Wessel führte ein Gespräch mit Sänger Sebastian Madsen.

Kannst du den Leuten, die noch immer nichts von Madsen gehört haben, eine Kurzfassung Eurer Geschichte und eine kurze Beschreibung liefern worum es bei Euch geht?

Joa, es ist nicht verwunderlich, dass einige noch nichts von uns gehört haben. So lange gibt es uns ja auch noch gar nicht. Uns gibt’s seit 2004. Wir haben im Mai 2005 unser erstes Album, „Madsen“ veröffentlicht, diverse Singleauskopplungen raus gebracht und ca. 120 Konzerte gespielt. Dieses Jahr standen dann einige Festivals auf dem Programm und bald erscheint unser zweites Album „Goodbye Logik“.

Wie würdet Ihr Eure Musik beschreiben? Es gibt da Äußerungen in Form von Emotional ohne Emo zu sein.

Aus der Frage höre ich heraus, dass Dir diese ganze Bewegung auch etwas gegen den Strich geht.

Ja, ein wenig.

Dennoch ist das ja eine gute Aussage. Es ist gut emotional zu sein. Ansonsten würde ich persönlich sagen, wir machen unverkrampften deutschen Rock.

Was hörst Du privat an Musik?

Ich hab schon immer sehr viel Rockzeug gehört und es gibt immer wieder eine sehr gute Rock Band, wie zum Beispiel die Arctic Monkeys oder Wolfmother find ich auch sehr witzig. Ich hör unheimlich viel Musik. Ich hab da vor kurzem eine Band aufgetan…ich weiß nicht ob man es Band nennen kann…Hot Ship heißen die. Vom Gesang her wie Radiohead. Auf die stand ich auch schon immer.

Wenn ich vom Rock übersättigt bin, dann hör ich die alten Sachen wie Bob Dylan, die Beatles oder Neal Young.

Sebastian MadsenHabt Ihr schon eine Ahnung, in welche Richtung es musikalisch mit Euch weiter gehen wird?

Ne, genaue Vorstellungen haben wir da noch nicht. Was ich interessant finde, ist der trockene Punksound der 70er oder besser gesagt, Ende der 70er – „London Calling“ von „The Clash“ ist ein sehr gutes Album. Darauf bin ich allerdings auch erst vor kurzem gestoßen. Es muss halt nicht immer alles so fett klingen. Bei dem Album mag ich es, dass es so knackig, trocken klingt. Gitarren müssen nicht immer so unendlich verzerrt sein. Diese Soundkombination finde ich schon sehr interessant.

Wie zufrieden bist Du persönlich von dem Ergebnis Eures Albums?

Natürlich bin ich damit total zufrieden. Das zeigt sich einfach darin, dass wenn ich mir die Platte anhöre, dass ich mich selbst darüber freue.

Du schreibst die Texte…

Die Musik auch.

Ach so. Woher kommen die Ideen, wer oder was Inspiriert Dich zu Texten?

Die Ideen liefert das ganze Leben. Manchmal sind es auch Bands oder Songs die mich inspirieren. Aber ich kann das schwer selber sagen, weil ich einfach selber sehr viel Musik höre. Beim Songschreiben ist es einfach so, dass der richtige Moment kommen muss. Das richtige Gefühl muss da sein. Ich fang dann einfach an und weiß noch gar nicht wo es thematisch hingeht. Ich gerate in einen Schreibwahn und bin dann wie hypnotisiert. Dann kristallisiert sich irgendein Thema heraus, an dem ich auch weiterarbeite. Das ist mir allerdings nicht bewusst wenn ich anfange. Ich weiß nicht über was ich da schreibe (lacht).

Das Video zu „Du schreibst Geschichte“ ist abgedreht. Wie wichtig würdest Du den Dreh eines Videos bezeichnen?

Die Reaktionen zeigen, dass es anscheinend schon ziemlich wichtig ist. Wenn ein Video läuft, gibt es die meiste Reaktion, das ist so. Scheint also sehr wichtig zu sein.

MadsenDas merkt man dann an den Verkaufszahlen?

Denke ich mal. Das Album ist ja noch nicht veröffentlicht (lacht).

Aber Ihr hab da ja schon Erfahrung mit „Die Perfektion“ oder „Vielleicht“.

Ja, da war es so. Im Bekanntenkreis wurde man ja auch oft belächelt. „Du willst Musiker werden? – Lass das mal besser. Mach mal lieber was vernünftiges.“ Und dann läuft das Video auf einmal auf MTV und alle sagen: „Och, Du hast es aber geschafft!“.

Konntet Ihr zu dem Video eigene Ideen liefern oder war alles festgelegt?

Grundsätzlich überlassen wir das gerne den Videoleuten, den Regisseuren. Das finde ich dann auch interessant, denn wir liefern den Song und es kann dann sehr bereichernd sein, wenn jemand dann eine bildliche Interpretation dazu liefert. Das hat bis jetzt auch immer gut geklappt, weil wir keine Videospezialisten sind, aber auch immer drauf achten, wer für uns das Video dreht. Bei „Geschichte“ hat das Daniel Hader gemacht, der auch schon für die Beatsteaks und Seeed Regie geführt hat. Da wussten wir, bei welcher Adresse wir sind. Er hat auch schon bei „Vielleicht“ das Video gedreht. Der hat einfach einen schönen Stil und gute Ideen. Da vertraut man dann auch und lässt sich fallen.

Von Eurem Anfang 1990 unter anderem Namen, über 2004, dem Jahr Eurer Umbenennung bis zu heute, 2006, ist ja nicht so viel Zeit vergangen. Gerade nicht seit Eurer Umbenennung und dem damit verbundenen Stilwechsel. Ihr habt klein abgefangen und spielt jetzt auf dem Nova Rock und werdet in einem Atemzug mit Metallica, Motörhead, Placebo, Apocalyptica und Guns N’ Roses genannt. Erschreckend? Traumhaft? Gigantisch? Zu schnell? Kommt Ihr da überhaupt noch mit?

Wir stehen zwar mit denen auf einem Plakat, aber wir wissen natürlich, dass wir da ganz weit von weg sind. Es zeigt sich auch einfach vom Publikum her. Es war zwar schon sehr viel los für unsere Verhältnisse, aber wir spielen vor 10.000 und Metallica vor 100.000 Menschen. Man stellt sich das zwar traumhaft vor, aber wenn du da bist, kommst du ganz schnell auf den Boden der Tatsachen zurück.

Und schnell ging das eigentlich nicht, finde ich. Es ist eher so, dass wir den ganzen Trubel, der um uns herum passiert ist - und ich spreche da auch selber von einem Hype - dass das natürlich etwas beängstigend war, aber eine sehr große Chance. Wir haben halt das genutzt, um an uns zu arbeiten. Ich persönlich habe das Gefühl, dass wir eine sehr viel bessere Live-Band geworden sind. Deswegen ist es ok, dass es so schnell ging.

Wie sind so Auftritte für Euch? Oder generell, wie wichtig ist für Euch der Kontakt zu den Fans?

Wenn man auf Konzerten wie bei der Rheinkultur spielt, gibt es ja nicht so viel Kontakt zu den Fans (lacht). Wir sind aber generell keine Band die sich verkriecht, auf den Boden guckt und keine Ansagen macht. Ich find’s gut mit den Leuten zu reden. Ich mein, die Leute haben Geld für uns ausgegeben und dann soll man auch verdammt noch mal freundlich sein. Wir sind auch gerne freundlich. Ich versuch mich immer so zu geben, wie ich bin. Ich glaube, dass ist mir bisher gut gelungen.

MadsenWas habt Ihr Euch fürs kommende Jahr vorgenommen?

Sprechen wir erst mal erst von den nächsten Monaten oder von diesem Jahr. Wir wollen das zu Ende bringen, was wir angefangen haben und das so gut wie möglich. Wir wollen die Platte live entsprechend umsetzen und dafür ganz viel proben und uns Gedanken darüber machen, was man so auf der Tour macht. Wichtig ist jetzt erst mal, dass wir eine gute Live-Band sind und dann werden wir sehen wie es weiter geht. Entweder schießen noch mehr Ideen aus mir raus oder man braucht fürs Songschreiben halt mal etwas länger. Das wird sich zeigen.

Aus Hoerstuatz wurde Madsen. Wie kommen denn die anderen damit zu Recht, unter Eurem Familiennamen zu spielen?

Das ist eine sehr gute Frage, da die anderen beiden oft von der Presse erst gar nicht gesehen werden. Wir haben uns grundsätzlich gar nicht so viele Gedanken gemacht, als es um den Bandnamen ging. In erster Linie fanden wir, dass Madsen gut klingt und eben die Verbindung da ist, dass 3 von uns so heißen und die anderen haben wir einfach adoptiert (lacht). Es gibt auch keine Unterschiede, so das wir sagen, dass irgendwer von den beiden hinten sitzen muss. Wir sind erst mal sowieso alte Freunde und haben die beiden dann auch gefragt, ob es ok für sie ist, dass wir Madsen heißen und die fanden das vollkommen ok.

Und ein paar Worte zum Schluss, möchtet Ihr Euren Fans etwas mitteilen?

Wenn man von Pesto spricht, sollte man nicht nur das normale grüne Pesto ausprobieren. Sondern Walnusspesto. Walnusspesto mit Ricottakäse… ist ein Gedicht.

von Dana Wessel | 11.08.2006 | Kommentare (0) | Kommentar schreiben

Kommentar schreiben











* Felder, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, bitte in jedem Fall ausfüllen. Deine email Adresse wird zwar gespeichert, aber auf dieser Seite nicht angezeigt.

HTML-Tags sind nicht erlaubt und werden entsprechend umgewandelt.

Vainstream Rockfest 2008

Rockfest powered by

Werbung

Vainstream empfiehlt

Werbung