Interviews
36 Crazyfists: 36 Fäuste für eine Hallelujah

Die Band aus Alaska hat es wieder getan und den nach abwechslungsreichen Metal Core dürstenden Fans ein neues Album beschert. Das aktuelle Werk hört auf den Namen Rest Inside The Flames und wurde erneut von Sound-Ikone Andy Sneap veredelt. Der Name steht für Qualität, doch nicht nur der Klang auf dem dritten Streich des Quarettes ist tadellos, auch die Musik haucht dem bereits für tot erklärten New Hardcore neues Leben ein, obwohl die Entwicklung vom brillanten Zweitwerk A Snow Capped Romance zum dritten Streich nicht so groß ist wie seinerseits vom Debüt zu dessen Nachfolger. Der gut aufgelegte Sänger Brock bestätigt dieses Statement im relaxten Interview und gibt an:
Ich wünschte manchmal, dass unsere zweite Platte unsere erste wäre, haha. Mit ihr haben wir unseren Sound gefunden und wollten diesmal lediglich Details verbessern.
Apropos Details, die findet man zuhauf auf jedem Song, was anzeigt, dass die Entwicklungszeit für eine Lied wohl recht beträchtlich ist, einen Umstand, den Brock lachend bejaht:
Oft denke ich, dass ein Part perfekt ist aber meine anderen Mitmusiker und angehende Perfektionisten, allen voran Gitarrist Steve, sagen dann nur, da geht noch was…
Das gibt Brock auf der anderen Seite mehr Zeit, seine Texte zu schreiben, die diesmal noch emotionaler und persönlicher ausgefallen sind als zuvor.
Ich mache mir über viele Dinge Gedanken. Auf der einen Seite danke ich Gott, dass ich ein so spannendes Leben führen kann. Auf der anderen Seite, vermisse ich meine Frau auf Tour wahnsinnig und habe diese Wechselspiel der Gefühle in einigen Stücken verarbeitet, wie auch unsere politische Situation aus persönlichere Sicht.
Durch das Rezitieren der Texte im Liveprogramm fühlt sich der Gute seiner Liebsten näher und kompensiert die Trauer der langen Trennungen. Schön, dass ein harter Rocker so ehrlich über seine Gefühle sprechen kann. Positive hat Brock natürlich ebenfalls, vor allem wenn er an das Gesangsduett mit Killswitch Kollege Howard Jones zurückdenkt.
Wir hatten dieses deftige Stück Elysium und ich dachte nur, so was Brutales verlangt nach einem äquivalenten Shouter. Es war eine große Freude mit dem Bär von Mann um die Wette zu schreien.
Ebenfalls ein großer Spaß und zugleich eine große Ehre war der Besuch von Post Hardcore Legende Jonah Jenkins (ex-Only Living Witness) im Studio, der auf We Can’t Deny eindrucksvoll trällert.
Es war schon ein komisches Gefühl mit einem unserer Haupteinflüsse gemeinsam im Studio zu arbeiten. Wir hatten seit längerem Mailkontakt und als ich ihn spontan fragte, sagte er ebenso spontan zu. Jonah ist einfach ohne jegliche Starallüren und ein toller Mensch, der jetzt in einer Doom Band singt. Wenn Only Living Witness noch mal auf Tour gingen, würde ich meinen Arm dafür geben sie supporten zu dürfen!
Diese Fansicht macht den charismatischen Frontmann noch sympathischer und wohl nicht nur meiner einer fiebert den Shows mit Atreyu im September entgegen!
Oliver „Zappo“ Stichweh
Website: www.36crazyfists.com
29.06.2006 | Kommentare (0) | Kommentar schreiben
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