Interviews
From First To Last
From First To Last haben in ihrer kurzen Bandgeschichte schon für eine Menge Aufsehen gesorgt. Mit dem zweiten Album auf Epitaph, Heroine, geht es seit der Veröffentlichung Ende März weiterhin mit Riesenschritten voran. Ross Robinson (Korn, The Cure, Slipknot, At the Drive-In, Sepultura…) hat das Geschoss, dass die Band aufgrund der unfassbaren (bei vielen Genre-Kollegen leider schmerzlich vermisstenen) kreativen Leistung in den Augen vieler zu den Leadern der vor sich hinsumpfenden Screamo-Bewegung gemacht hat, produziert. Den Bass spielte auf „Heroine“ übrigens ein alter Bekannter: Wes Borland. Gespächsstoff gibt es nicht nur deswegen genug, sondern auch weil Ausnahmesänger Sonny Moore, gerade mal süße 18 Jahre alt, die Band der Legende nach über myspace kennengelernt hat.
Sonny ist ein richtiges kleines Energiebündel, das schon vor dem Soundcheck rumspringt wie ein langhaariger Punchingball, auf Allem mit Drumsticks herumkloppt, mal mit Drummer Derek Bloom gemeinsam trommelnd und singend einen Slipknot-Song anstimmt und im nächsten Moment allen Anwesenden mit seiner unglaublich guten Donald-Duck-Stimmenimitation die Lachtränen in die Augen treibt.
Die Show selbst ist ein schweisstreibendes 30-Minuten-Feuerwerk voller Power und Intensität, gepaart mit herausragendem technischem Können. Toby setzte sich kurze Zeit vorher mit Derek Bloom und Wes Borland bei Spitzenwetter in eine ruhige Ecke auf dem Hawerkampgelände in Münster, um zu hören, wie die Sachlage im Bandlager von FFTL aussieht.
Toby: Eure Band gibt’s seit ungefähr drei Jahren, richtig?
Derek: Ja, so drei, dreieinhalb Jahre.
Toby: Seitdem habt ihr eine sehr gut angekommene Debüt-EP veröffentlicht und danach zwei Alben bei Epitaph.
Derek: Jau.
Toby: Kannst du den Leuten, die noch immer nichts von From First To Last gehört haben, eine Kurzfassung eurer Geschichte und eine kurze Beschreibung liefern, worum es euch geht?
Derek: Wir starteten als eine abenteuerlich zusammengewürfelte Gruppe von Leuten, die nicht so den Plan hatte, wie man zusammen Musik macht. Das war alles sehr chaotisch. Trotzdem stand offenbar ein uns unbewusster Plan dahinter, schätze ich, der uns im Endeffekt prägte – uns als Gruppe von Leuten, die einfach nicht die Musik mochten, die den Anderen gefiel.
Wir taten uns zusammen, weil’s die einzigen Leute waren, die in ihrem musikalischen Handwerk gut genug waren, sich beim gemeinsamen Mucken okay zu fühlen.
Die ganze Sache wuchs dann zu einer eigenständigen Geschichte, die, denke ich, für sich selbst steht. Ich glaube, an dem Punkt, wo wir mit unserer Band jetzt gerade stehen, gibt es keine anderen Bands, die machen, was wir machen – zumindest nicht so, WIE wir es machen. Ich denke, wir stehen für uns, und ich denke, das kommt in unserer Musik rüber. Nicht auf eine arrogante Art, so nach dem Motto „Wir sind besser als die anderen“, das nicht. Wir wissen, wer wir sind. Wir versuchen nicht, irgendjemand anders zu sein, als wir selbst und DAS kommt in unserer Musik rüber.
Toby: Eine Sache, die eine Menge Leute interessiert, ist: Habt ihr euren Sänger echt über myspace gefunden?
Derek: Ja, das war eine seltsame Geschichte. Wir haben unseren ersten Sänger rausgeschmissen, bevor wir das erste Album aufnahmen. Aber wir suchten keinen neuen Sänger. Sonny sprach auf myspace mit Matt, und Matt hatte erwähnt, dass wir wahrscheinlich einen Gitarristen suchen, denn Matt oder Travis würden den Gesangpart übernehmen. Das ganze Album wurde aufgenommen, und Sonny akzeptierte einfach kein „Nein“ als Antwort und flog mit seiner Gitarre rüber. Er lief dann im Studio rum und sang all dieses Zeug, perfekt, so dass wir das Gefühl bekamen, wir wären Graupen, wenn wir ihn nicht einfach mal in die Gesangskabine schmeissen und gucken würden, wie er zu unserer Musik klingt. Der Rest ist ja irgendwie offensichtlich.
Toby: Nochmal eine Frage zu myspace. Mir ist aufgefallen, das auf eurem Profil die einzige unter „Einflüsse“ angegebene Band Nirvana ist. Ist das ein Stinkefinger in Richtung der Leute, die andauernd Bands mit anderen Bands vergleichen? Oder ist das eine Tatsache?
Derek: Ich weiss, dass einige in unserer Band sie für unser Leben als eine der wichtigsten Bands aller Zeit ansehen. Nicht, dass das auf jeden zutrifft. Aber auf uns trifft es zu. Das ist etwas, zu dem man aufschaut, nach dem man strebt. Weisst du, was ich meine?
Toby: Yeah.
Derek: Alle von uns sind zu Tode gelangweit von diesem ganzen Genre-Ding, dass das Genre wichtiger ist als die tatsächliche Musik selbst. Leute kaufen eine Platte basierend auf dem Gesichtspunkt ob die Platte in eine bestimmte Sparte passt, die sie dafür haben. Das ist langweilig, das macht keinen Bock, das ist nicht dangerous. Rockmusik, zumindest für mich, ist seit jeher etwas, von dem ich das Gefühl hatte, dass meine Eltern es nicht dulden würden. Weisst du, was ich meine?
Toby: Yeah.
Derek: Und ich ich glaub, das ist keine Rockmusik mehr. Hoffentlich können wir die Leute aufwecken, sich uns anzuschliessen – sich zusammenzutun, und Rock n’ Roll und heavy music zu etwas zu machen, das greifbar ist. Und nicht nur ein Grund, mit seinen Freunden rumzuhängen, während da fuckin’ background music läuft.
Toby: Lasst uns über das Album reden. Ross Robinson ist dafür bekannt, als Produzent das beste aus den Leuten, mit denen er arbeitet, herauszukitzeln. Erzählt mir von den Erfahrungen, die ihr während der Aufnahmen zu „Heroine“ mit ihm gemacht habt.
Wes: Ross hat diese Eigenart, dass er, mit welcher Band auch immer er arbeitet, dieser Band als zusätzliches Mitglied beitritt. Er legt irgendwie die Messlatte für jedermanns Performance höher. Er versucht einfach, dass jeder mehr aus sich heraushohlt, als er das im täglichen Leben macht. Er ist irgendwie wie ein Coach und ein Cheerleader gleichzeitig.
Derek: Eine Sache, die mich während der Arbeit mit ihm beeindruckte: Wenn ich glaubte, nicht in der Lage zu sein, bestimmte Sachen spielen zu können, war es beinahe so, als könne er nicht verstehen, was das überhaupt bedeutet. Jedes mal wenn ich sagte: „Ich glaube nicht, dass ich das machen kann.“ war es so, als spräche ich eine ihm fremde Sprache. Er meinte dann nur: „Doch, du kannst. Na klar, du kannst. Du hast da eine mentale Blockade. Du denkst, du kannst es nicht machen, also wirst du auch nicht dazu in der Lage sein. Aber ich weiss, dass du es machen kannst. Und wenn du weisst, dass du es machen kannst, dann wirst du es machen. Und das ist schon alles. Lass einfach deine Gedanken los und beam dich aus deinem Körper.“ Solche Sachen haben einen gewaltigen Einfluss auf dich, das gibt dir das Selbstvertrauen, deine Grenzen zu überwinden und deine Performance rauszulassen – fast, als wäre das irgendwie unterbewusst oder so.
Toby: Also hat Ross euch zusammengebracht, ist das richtig?
Wes: Ja, das stimmt. Ich habe zu der Zeit bei Ross gewohnt. So ungefähr vor einem Jahr. [ zu Derek ] Nee, ist das ein Jahr her?
Derek: Nee, isses nich.
Wes: Vor acht Monaten.
Derek: Jau, im Oktober.
Wes: Er spielte mir die Demos von ihrer Platte vor. Die haben mich umgehauen. Als er mir ein paar Wochen später sagte, dass sie sich von ihrem Bassisten trennen, und mich bat, den Bass zu spielen, war ich echt aufgeregt und wollte das auf jeden Fall! Ich traf sie, und wir schrieben gleich innerhalb der ersten halben Stunde einen Song. Es hat so richtig geklickt. Dann führte eins zum anderen, ich spielte eine Show an Halloween mit ihnen, tourte ein wenig mit ihnen im Dezember und hatte jetzt ein bisschen Zeit mit ihnen zu touren. Im Grunde hat es sich einfach zu einer richtig guten Beziehung entwickelt. Ich bin nicht permanent in der Band, aber ich bin auch nicht „nicht“ in der Band.
Toby: Ja, ich hab gelesen sie sind quasi deine Stiefband?
Wes: Ja, nicht wirklich…naja doch, auf eine Weise schon. Travis, der Gitarrist, und ich sagen immer, sie haben mich für eine Weile geleast.
Derek: Es ist wie eine Beziehung im richtigen Leben, oder wie eine Freundschaft. Jeder hat seine persönlichen Verpflichtungen in seinem eigenen Leben, um die er sich kümmern muss. Genauso wie du für deine Freunde da sein musst, musst du dich auch selbst verwirklichen, dein eigenes Leben leben und dich selbst irgendwie glücklich machen.
Wes: Ich war zufälligerweise gerade fast mit einem kompletten Album fertig, als diese Sache sich ergab. Mir kommt es momentan fast so vor, als würde ich zwei Leben leben. Ich habe das hier, das so ein Segen und eine grossartige Sache ist, und ich liebe diese Jungs so sehr. Aber dann habe ich noch dieses ganz andere Ding, das ich schon erschaffen hatte…
Toby: Black Light Burns?
Wes: Genau, Black Light Burns. Und ich muss das ebenfalls durchziehen, weisst du? Bisher war ich in der Lage, beides machen zu können. Und es wird eine Zeit kommen, in der das schwieriger sein wird, aber wir arbeiten daran und sie [ From First To Last ] sind da sehr entgegenkommend und total nice, was das angeht.
Toby [ zu Derek ]: Du bist das zweite mal in Deutschland, ne?
Derek: Yeah.
Toby: Und du [ Wes ] warst schon ein paar mal hier, ne?
Wes: Yeah, einige Male.
Toby: Was sind eure Eindrücke? Was ist hier anders als in Amerika?
Derek: Das ist schwer zu sagen, denn in den USA touren wir so viel, dass wir eine Stadt sofort einschätzen können [ schnippt mit den Fingern ]. Wir wissen, wie sich die Kids da verhalten, wie viele Kids zu den Shows kommen… Also wissen wir, womit wir das vergleichen können. Hier sind wir ja erst das zweite Mal, deshalb ist es schwer, das zu vergleichen. Letztes Mal waren wir nicht mal halb so groß wie jetzt, als wir hier getourt sind.
Wes: Und Sonny hat [ noch ] nicht gesungen…
Derek: Yeah, Sonny hat nicht gesungen. Es ist schwer zu sagen, weil wir hier nicht wohnen, und nicht wissen, wie die Kids bei Shows drauf sind, wo wir nicht selber spielen. Und wir wissen nicht, wie viele Kids zu den Shows kommen, wo wir nicht spielen. Alles, was wir machen können, ist immer wieder zu kommen und dann zu vergleichen: Okay, das wird besser, und das ist irgendwie schlechter, was geht hier hab…
Wes: [ Die Bullen ] sind hier nicht so krass gegenüber den Graphittikünstlern. Wir sind hier [ Am Hawerkamp ] rumgelaufen, hier sind einige sehr coole Artworks…
Derek: Es ist schwer zu bewerten, wir haben hier bisher noch nichts Schlechtes erlebt mit From First To Last. Die Show gestern [ mit Atreyu in München ] hat sehr viel Spass gemacht. Und als wir das letzte Mal hier getourt haben - ohne Sonny, so elendig das auch war – war es trotzdem gut und produktiv. Es waren Kids da um uns zu sehen… zumindest meistens… [ lacht ]. Anything is good.
Toby: Klingt gut. Kennt ihr irgendwelche deutschen Bands?
Wes: Ich kenne Rammstein…
Derek: Ich stand mal total auf eine deutsche Metalband namens Bethlehem. Das ist so eine düstere Metalband, die alle möglichen Mütterverbände gegen sich aufgebracht hatte.
Toby: Ist das eine Black Metal Band? Ich kenn die gar nicht…
Derek: Ja, irgendwie…Ich hatte so eine Picture-12“-Scheibe… bei denen geht’s hauptsächlich um Selbstmord, abgefuckt und grimmig sein… Ich stand total drauf, als ich noch zur Highschool ging, also… als ich meine „Black-Metal-is-everything“-Phase durchmachte. Die hab ich jetzt abgeschlossen. Ich leg bisweilen aber noch Bethlehem-Platten auf. Mir fallen keine anderen deutschen Bands ein, von denen ich was mitbekommen hab. Sind Atari Teenage Riot aus Deutschland?
Toby: Yeah, die sind aus Berlin.
Derek: Die mochte ich, als ich jünger war. Es ist irgendwie schwer… Die Musikindustrie ist so überflutet mit Optionen… Es ist schwer genug, überhaupt etwas Gutes zu entdecken. Aber dann zu versuchen, Sachen ausserhalb deiner unmittelbaren Umgebung zu finden, das kann echt richtig in Arbeit ausarten, weisst du? [ lacht ]
Toby: Nächste Woche brecht ihr zur Warped Tour auf, richtig?
Beide: Yeah, das stimmt.
Toby: Habt ihr das Gefühl, dass es schwer ist, bei der Warped Tour herrauszustechen? Denn da spielen so viele Bands, die Kids sind überfordert von der Masse an Musik, da treten hundert Bands an einem Tag auf…
Derek: Ich glaube nicht. Denn da gibt’s eine Menge mittelmäßige Musik bei diesen Veranstaltungen. Um ehrlich zu sein: Ich finde, sie sind überflutet von mittelmäßigen Performances, mittelmäßigem Songwriting… einfach Leuten, denen noch nicht mal ihre eigene Band wirklich was bedeutet. So kann man nicht erwarten, andere Leute damit zu motivieren, denn es ist nicht mal ihnen selbst wichtig. Die machen das einfach und wissen selbst nicht, warum.
Wes: Sie kriegen wahrscheinlich Girls von einem höheren Kaliber, als sie normalerweise kriegen könnten. Und wahrscheinlich Zugang zu Gratis-Alk.
Derek: Ich denke, wenn wir spielen, sind das einfach die ehrlichsten 30 Minuten in unser aller Tagesablauf.
Wes: Genau. Und jetzt werden es 40 Minuten sein, denn wir gewinnen grad diesen Contest: Sie haben bei der Warped Tour diesen Online-Contest, wo sie alle fragen, welche Band 10 Minuten Zeit extra kriegen soll. Und wir gewinnen da offenbar mit einem Riesenvorsprung.
Toby: Wow.
Wes: Also müssen wir jetzt das Set 10 Minuten verlängern… [ lacht ]
Derek: Ich glaube, es sticht heraus, wenn du etwas machst, an das du wirklich glaubst. Die Leute können das sehen, auch wenn sie nicht wirklich beschreiben können, was es ist. Wenn du das ausstrahlst, kriegen es die Leute mit, und es verwandelt sich in dieses „IT“ in der Musik. Sie wissen nicht, was es ist, aber es treibt sie an; es bringt sie dazu, sich dir zu nähern. Ich habe nicht das Gefühl, dass 99% der Bands, die mit uns touren, so ehrlich sind. Nicht um sie runterzumachen, sie versuchen es einfach nicht fuckin’ hard genug. Ich höre diese Scheisse andauernd: „Ooh, this band tries too fucking hard!“. Das ist dann so… „Fuck you! Ob ich etwas zu fuckin’ hart versuche, auf das du eh schon von Anfang an nicht stehst…“. Wenigstens mach ich etwas, und ich versuche es, und das ist wichtig. Denn was ich aus unserer Perspektive, aus der des Performers sehe, ist Folgendes: Wir sehen Bands mit denen wir Einzelshows spielen oder mit denen wir touren müssen, die einfach den ganzen Tag nur Rumfurzen, die keinerlei Plan haben, was mit ihrer Band abgeht - abgesehen vom Auftreten und Mucken. Und selbst was das angeht, sind sie total stumpf. Die wissen, es wird von ihnen erwartet irgendwie rauszugehen und rumzuthrashen, und so zu tun, als würden sie es ernst meinen, aber das ist komplett hohl. Man merkt das einfach, denn sie leben das nicht, weisst du? Ich glaube, das ist… Ich weiß nicht, ich hab vergessen worüber wir geredet haben…
[ alle lachen ]
Toby: Über das Herausstechen auf der Warped Tour…
Derek: Ja, ich denke, das wird uns sehr helfen: Der Fakt, das wir es alle echt ernst meinen. Und alles, was wir machen, hat einen Sinn und Zweck und ist aus bestimmten Gründen so geplant, weisst du? Ich glaube, das spielt eine grosse Rolle in einer Band: Dass die Leute ein wirkliches Interesse an dem haben, was sie machen.
Toby: Wo ihr an dem letzten Album mit so vielen grossartigen Leuten gearbeitet habt – Brett Gurewitz hat gesungen, Ross Robinson, Wes natürlich - gibt’s da einen Traumkandidaten, mit dem ihr in der Zukunft gerne arbeiten würdet?
Derek: Ich weiss nicht… Jetzt, wo Travis [ Richter; Gitarrist der Band ] gerade dieses „Channeling of Ramtha“ durchmacht, könnten wir ja John Bonham in meinen Körper channeln. [ lacht ]
Wes [ zu Derek ]: Dude, du brauchst nicht John Bonham in deinen Körper zu channeln…echt gar nicht.
Derek: Ne, ich will einfach nur das ganze Album mit blossen Händen einspielen…
Wes: Oh yeah? Einfach in die Trommeln boxen?
Derek: Einfach in die Trommeln boxen!
Toby: Das wäre toll…
Derek: Ich glaub es ist wichtig, zu erkennen, dass wir als Band eine selbstgenügsame Einheit sind. Und dass wir in der Lage sind, die Dinge allein zu schaffen. Wir arbeiten mit unglaublichen Leuten, und sie tragen dazu bei – und nicht gerade einen kleinen Teil – dass was wir machen so gut wird. Diese Band sind… viereinhalb Leute… [ lacht ]
Wes [ zu Derek ]: Weisste, ihr vier werdet das schon grossartig machen… Ihr werdet eine grossartige Platte machen, egal wer da involviert ist. Darum zieht ihr Leute an, die involviert sein wollen, denn ihr braucht sie nicht.
Derek: Ich weiß, dass wir an der nächsten Platte wieder mit Wes arbeiten werden.
Wes: Oh, ganz sicher.
Derek: Ich bin sicher, wir werden auch mit Ross wieder arbeiten. Und ansonsten… Es war so cool mit Wes zu arbeiten, das war so [ imitiert ein schnatterndes Schulmädchen ]: „Kommt Wes rein? Was machen wir nur? Wes wird den Bass spielen? Okay, cool!“. Es war nicht geplant, es ist einfach passiert…
Toby: Wolltet ihr zuerst echt [ Deftones-Basser ] Chi Cheng nehmen?
Derek: Huh? Oh ja, da hatten wir drüber gesprochen, denn mir wussten niemanden…
Wes: Sie haben einfach mit Namen um sich geworfen…
Derek: Wir haben so gefragt: „Hast du jemanden im Hinterkopf“, denn wir wussten, dass Ross mit den Deftones befreundet ist. Dann dachten wir halt, warum nehmen wir nicht den Typen, oder so. Wir kennen ihn nicht persönlich oder irgend sowas. [ Wir ] alle sind Deftones-Fans. Als er [ Ross ] dann aber sagte, dass Wes kommt… Wir versuchen, bei unserer Musik eine Menge Groove und einen bestimmten Swing reinzukriegen. Und dann als Wes kam, war uns klar: Okay, dafür ist gesorgt. Das wird jetzt kein Problem mehr sein. Wir mussten uns keine Sorgen mehr darüber machen, dass da jemand total steif spielt, wie ein gottverdammter Roboter. Und ich bin total gestoket davon, wie das alles gelaufen ist, mit all den involvierten Leuten. Ich würd da nichts dran ändern wollen.
Wes: Wir haben einfach die Nebelmaschine angeschmissen…
Derek [ lacht ]: Yeah, wir haben an die 20 Pullen Trockeneis verbraucht…
Wes: Der ganze Raum war voller Nebel von der Nebelmaschine…
Toby: Das muss ein ganz schöner Buzz gewesen sein. Nebel-Buzz!
Wes: Yeah, das war was… Manchmal war es so krass, dass du nicht mal den vorderen Teil des Raums sehen konntest… Es war zwar ein großer Raum, aber naja…

Toby: Alright, letzte Frage: Ich hab heut im Netz gelesen, dass schon zum zweiten Mal Gerüchte aufkamen, euer Sänger sei gestorben…
Wes: Was?
Derek: Es gab einen Artikel auf mtv.com darüber…
Wes: Über Sonny? Seinen Tod?
Derek: Darüber, dass Leute wiederholt das Gerücht verbreiten, dass er tot sei.
Wes: Warum machen die das?
Toby: Exakt. Das ist die letzte Frage: Was würdet ihr den Leuten sagen, die solche Gerüchte in die Welt setzen?
Derek: Who cares…
Wes: Wenn uns das Artikel auf mtv.com beschert: Immer weiter so.
Derek: Genau! Wenn ihr das macht, weil ihr uns hasst, macht es weiterhin, denn das verschafft uns gratis Publicity. Wenn ihr das macht, weil ihr uns mögt: Weiter so, ihr macht einen guten Job. Mehr gibt’s dazu nicht zu sagen, uns beeinflusst das überhaupt nicht. Sonny ist nicht tot. Alles, was dadurch passiert, ist, dass wir Presse kriegen.
Wes: Ich hatte davon noch gar nichts gehört. Das ist lustig. [ zu Derek ] Oh, ich hoffe seine Mutter ist nicht irgendwie…?
Derek: Nein, ein paar Freunde haben bei ihr angerufen und das aufgeklärt. Dass er lebt.
Interview: Toby Fuhrmann
Fotos: Michael Maihaus
von Toby Fuhrmann | 12.06.2006 | Kommentare (0) | Kommentar schreiben
* Felder, die mit einem Stern (*) gekennzeichnet sind, bitte in jedem Fall ausfüllen.
Deine email Adresse wird zwar gespeichert, aber auf dieser Seite nicht angezeigt.
HTML-Tags sind nicht erlaubt und werden entsprechend umgewandelt.





